Dissertation: „Choking under Pressure“ im Leistungssport

„Choking under Pressure“ im Leistungssport

Theorie, Empirie, Intervention

Schriften zur Sportpsychologie, Band 12

Hamburg 2013, 242 Seiten
ISBN 978-3-8300-6662-0 (Print/eBook)

Ablenkungstheorie, Angst, Berufssportler, Feldforschung, Interventionsprogramm, Konzentration, Leistungssport, Profisportler, Qualitative Forschung, Selbstaufmerksamkeitstheorie, Sportwissenschaft, Transiente Hypofrontalität, Versagen unter Druck

Zum Inhalt

Choking under Pressure ist im Deutschen als Versagen unter Druck und im Volksmund als das Phänomen des Trainingsweltmeisters bekannt. Das Thema Versagen unter Druck stellt in allen Bereichen des Arbeits- und Berufslebens einen zentralen Punkt dar, so auch im Sport. Ganz allgemein versteht man unter Choking under Pressure, dass ein Sportler in dem Moment versagt, in dem es darauf ankommt, sein volles Leistungsniveau abzurufen, in einer bedeutsamen Situation, im entscheidenden Moment eines Wettkampfes.

Über qualitative und quantitative Methoden werden 29 Athleten aus dem Leistungssport in bedeutenden Wettkämpfen (Deutsche Meisterschaften, Bundesliga?) untersucht. Es stellt sich heraus, dass Athleten, die Choking erleben oder eine schlechte Leistung erbringen, einen erhöhten Anteil von ablenkenden Gedanken und in Folge dessen nur eine geringe Konzentrationsleistung aufweisen. Athleten mit guter Leistung hingegen weisen eine hohe Konzentration auf die Aufgabenausführung auf. Des Weiteren spielen die Faktoren Druck, Routine, Überzeugung, emotionale Kontrolle, körperliches Wohlbefinden und eine automatisierte Bewegungsausführung eine Rolle. Bei den von der Autorin erhobenen Persönlichkeitseigenschaften ergaben sich keine Zusammenhänge zum Entstehen von Choking under Pressure.

Die Autorin hat, um die Erkenntnisse in angewandter Weise sportpsychologisch einzusetzen, aus den erhobenen Daten ein Interventionsprogramm entwickelt, um Versagen unter Druck im Sport vermindern oder vermeiden zu können. Dieses Interventionsprogramm führte ein Sportpsychologe mit einem Leistungssportler aus der Leichtathletik, der Versagen im Wettkampf Choking erlebt hat, mit dem Ergebnis durch, dass der Athlet seine Konzentration und andere beeinflussende Komponenten im Wettkampf maßgeblich verbessern konnte und Choking under Pressure nicht auftrat.



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