Dissertation: Metadrama im Film

Metadrama im Film

Filmische Repräsentationen von Dumb Show und Spiel im Spiel in Hamlet

Studien zur Anglistik und Amerikanistik, Band 21

Hamburg 2012, 632 Seiten
ISBN 978-3-8300-6534-0 (Print/eBook)

Dramenverfilmung, Dumb Show, Englische Literatur, Film, Filmprotokolle, Hamlet, Intertextualität, Metadrama, Pantomine, Shakespeare, Spiel im Spiel, Verfilmung

Zum Inhalt

Shakespeares Aktualität und Popularität ist bis heute ungebrochen. Die Tragödie Hamlet nimmt dabei zweifellos eine exponierte Stellung ein. Dazu tragen auch die zahlreichen Verfilmungen bei, da das Medium Film ganz neuartige Inszenierungs- und Interpretationsmöglichkeiten bietet.

Metadrama im Film konzentriert sich auf eine der Schlüsselszenen der Tragödie, die Spiel im Spiel-Szene, in der Hamlet ein Theaterstück aufführen lässt, mit der Absicht ein Schuldeingeständnis seines Onkels Claudius zu erzwingen, den er für den Mord an seinem Vater verantwortlich macht. In der Shakespeare-Forschung herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass hier das seinerzeit junge Medium ‘Theater’ als Instrument der Wahrheitsfindung nutzbar gemacht werden soll: Im Drama soll durch Drama die Wahrheit aufgedeckt werden. Klara Schlichting untersucht präzise, wie das Motiv der Wahrheitssuche durch dramatische Repräsentation realisiert wird. An eine ausführliche terminologische Betrachtung und einen Überblick über Formen und Funktionen der beiden metadramatischen Elemente Spiel im Spiel und Dumb Show schließt sich eine Analyse des Zusammenhangs von Drama, Metadrama und Wirklichkeit an, bevor die Studie der Frage nachgeht, wie ein in ein Rahmendrama eingelegtes Theaterstück im Medium Film inszeniert wird: Bleibt es beim Theaterstück oder wird die Spieleinlage zum Film?

Die filmische Adaption metadramatischer Elemente stellt eine bisher weitgehend unerforschte Nische im fast unüberschaubar großen Materialkorpus zu Shakespeares Dramen wie auch zu deren Verfilmungen dar. Die Studie setzt sich zum Ziel, diese Forschungslücke zu schließen. Zudem präsentiert Klara Schlichting an Hand von acht Verfilmungen – unterstützt von detaillierten Filmprotokollen – einen Querschnitt durch ein Jahrhundert Hamlet-im-Film-Geschichte (vom Stummfilm bis zur postmodernen Version), in dem auch in der Rezeption bisher weniger beachtete Filmversionen (z.B. Richardson 1969 und Coronado 1976) vertieft analysiert werden. Denn gerade bei den unkonventionellen Darstellungen wird des Spiel mit der Realität, das der Metadramatik zutiefst inhärent ist, explizit gemacht.



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