Dissertation: Abkopplung der deutschen Unternehmensteuern von den Unternehmensgewinnen durch Gewinnverlagerungen ins Ausland?

Abkopplung der deutschen Unternehmensteuern von den Unternehmensgewinnen durch Gewinnverlagerungen ins Ausland?

– Eine empirische Untersuchung auf Basis von Konzernabschlüssen der DAX- und MDAX-Konzerne 1999–2008 –

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre in Forschung und Praxis, Band 78

Hamburg 2012, 342 Seiten
ISBN 978-3-8300-6382-7 (Print/eBook)

Analyse Konzerngeschäftsberichte, Besteuerung multinationaler Konzerne, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, DAX-Konzerne, Empirische Steuerforschung, Gewinnverlagerungsstrategien, Internationale Gewinnverlagerungen, Internationale Unternehmensbesteuerung, Rechnungswesen und Finanzen, Steuerquote, Steuerrecht, Steuerzahlungen

Zum Inhalt

Das Werk gibt einen Überblick über die gängigen Strategien, die von multinationalen Konzernen zur Optimierung der Konzernsteuerquote verwendet werden können. Weiterhin wird der aktuelle Forschungsstand im Hinblick auf empirische Untersuchungen zum Thema Gewinnverlagerungen ins Ausland zusammenfassend analysiert.

Hauptbestandteil dieser Studie ist eine empirische Analyse, die auf den veröffentlichten Geschäftsberichten der DAX- und MDAX-Konzerne im Zeitraum von 1999 bis 2008 basiert und Daten aus den Konzernabschlüssen samt Anhang, Segmentberichterstattung und Lagebericht unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Gewinnverlagerung ins Ausland auswertet.

Die Analyse der Konzernsteuerquoten liefert das Ergebnis, dass zwar in jedem Jahr ein Anteil von ca. einem Drittel der Konzerne relativ niedrige ausgewiesene Konzernsteuerquoten erreicht, dies bei Betrachtung der gesamten Zehnjahresperiode jedoch nur noch für einen sehr geringen Anteil der Konzerne der Fall ist. Dabei weisen die DAX-Konzerne im Mittel Konzernsteuerquoten von 33,1% auf, während die MDAX-Konzerne mit 34,6% relativ nahe am nominellen deutschen Steuersatz liegen.

Die Analyse der steuerlichen Überleitungsrechnung gibt Anhaltspunkte über die Obergrenze der möglichen Aufwandsminderung durch steuerliche Gewinnverlagerung der DAX- und MDAX-Konzerne. Diese beträgt bspw. im Jahr 2008 insgesamt rund EUR 2,1 Mrd. Hochgerechnet auf den gesamten Zehnjahreszeitraum ergibt sich ein Betrag von EUR 42,9 Mrd., was in etwa 12,3% (relative Obergrenze) des erwarteten Steueraufwands entspricht.

Eine Aufteilung des Konzernergebnisses nach einer produktionsfaktororientierten Methode führt unter der Annahme einer wertschöpfungsgerechten Gewinnaufteilung zu einer Minderbesteuerung in Deutschland in Höhe von insgesamt EUR 21,7 Mrd. für die DAX- und MDAX-Konzerne über den Zehnjahreszeitraum, was einer relativen Aufwandsminderung von 11,2% entspricht. Sämtliche in dieser Analyse berechneten Obergrenzen haben jedoch gemeinsam, dass sie in der Realität deutlich unterschritten werden dürften, da die Verlagerung von wirtschaftlichen Aktivitäten nicht ausschließlich steuerlich motiviert sein kann.



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