Dissertation: Wirksamkeitsüberprüfung eines behavioralen Gruppentrainings für Erwachsene mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Wirksamkeitsüberprüfung eines behavioralen Gruppentrainings für Erwachsene mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Analysen auf Einzel- und Gruppenebene

Schriften zur medizinischen Psychologie, Band 29

Hamburg 2012, 308 Seiten
ISBN 978-3-8300-6380-3 (Print/eBook)

ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Einzelfallanalyse, Erwachsene, Evaluation, Gruppentherapie, Gruppentraining, Prozessanalyse, Psychologie, Psychotherapie, Psychotherapieforschung, Therapieerfolg, Verhaltenstherapie

Zum Inhalt

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist längst kein Phänomen mehr, welches sich ausschließlich auf das Kindes- und Jugendalter bezieht. Bei durchschnittlich 50 Prozent der als Kind von ADHS betroffenen Menschen bleiben die Symptome der Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität in klinisch bedeutsamem Ausmaß bis in das Erwachsenenalter bestehen. ADHS im Erwachsenenalter stellt demnach eine recht neue Herausforderung für das psychosoziale Versorgungssystem dar.

Dieses Buch soll einen Beitrag zur Verringerung der bestehenden Versorgungslücke bei der psychotherapeutischen Behandlung von Erwachsenen mit ADHS leisten. Es untersucht die Wirksamkeit eines verhaltenstherapeutisch orientierten Gruppentrainings für Erwachsene mit ADHS, welches ausgehend von einem biopsychosozialen Bedingungsmodell entwickelt wurde.

Es werden zwei Untersuchungen mit methodisch unterschiedlichen Herangehensweisen beschrieben: In Studie 1 werden im Sinne einer Prozessevaluation kontrollierte Einzelfallanalysen durchgeführt, wobei die subjektiv empfundene Alltagsbelastung der Betroffenen im Verlauf des Trainings betrachtet wird. In Studie 2 werden Mittelwertvergleiche zwischen fünf Messzeitpunkten im Warte-Kontroll-Design zur Überprüfung der ADHS-Symptomatik und der subjektiv erlebten Belastung im Alltag herangezogen.

Die zentralen Ergebnisse der ersten Studie stellen vier der acht einzelfallanalytisch untersuchten Teilnehmer als Responder dar, die von der Teilnahme am Gruppentraining profitieren konnten sowie vier Non-Responder. Abschließende hypothesengenerierende Analysen zwischen Respondern und Non-Respondern arbeiten Unterschiede hinsichtlich der ADHS-Symptomatik sowie komorbider Störungen heraus.

Studie 2 belegt, dass die ADHS-Symptomatik vor allem im Bereich der Unaufmerksamkeit im Verlauf des Gruppentrainings abnimmt und nach Trainingsende weitest gehend stabil bleibt. Dieser Effekt kann auch für die subjektiv wahrgenommene Alltagsbelastung nachgewiesen werden. Allerdings muss bei der Interpretation der Ergebnisse eine vergleichsweise hohe Drop-Out-Quote mit berücksichtigt werden.

Zusammenfassend können beide Studien die Wirksamkeit des behavioralen Gruppentrainings für Erwachsene mit ADHS im Hinblick auf eine Symptomminderung und die Verringerung der Alltagsbelastung in weiten Teilen belegen. Die Ergebnisse der beiden Untersuchungen werden vor dem Hintergrund der gängigen Kriterien für die Wirksamkeit von Therapieformen diskutiert.



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