Dissertation: Spielen nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben eine Rolle für die Lebensmittelauswahl von Verbrauchern 60+?

Spielen nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben eine Rolle für die Lebensmittelauswahl von Verbrauchern 60+?

– Eine methodenintegrative Untersuchung –

Schriften zur Ökotrophologie, Band 5

Hamburg 2012, 422 Seiten
ISBN 978-3-8300-6328-5

Rezension

[...] Mit Veröffentlichung der Studienergebnisse werden Erkenntnisse über das Konsum- und Ernährungsverhalten der Bevölkerungsgruppe der über Sechzigjährigen für einen breiteren Kreis von Forschern und Interessierten zugänglich. Gegenüber vorhandenen quantitativen Studien ist es Bankas qualitativer Ansatz, der zur Schließung der Forschungslücke beiträgt. [...]

Jens Wischhusen, in:
Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, JVL Oktober 2012

Altern, Ernährungsinformationsverhalten, Lebensmittelauswahl, Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben, NKS II-Daten, Ökotrophologie, Qualitative Interviews, Sekundäranalyse, Verbraucher 60+, Verbraucherinformation, Verknüpfung / Triangulation von Daten

Zum Inhalt

Informationen spielen für die Lebensmittelauswahl eine zentrale Rolle. Neben Printmedien ist es die Verpackung, die für den Verbraucher eine besonders wichtige Informationsquelle für Ernährungsfragen darstellt. Die Verpackung bietet jedoch ihrerseits wiederum eine Fülle von Informationen und neben Zubereitungshinweisen und Mindesthaltbarkeitsdatum findet der Verbraucher auch nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben (NGA). NGA sind häufig auf Funktionellen Lebensmitteln zu finden und sollen auf den gesundheitlichen Vorteil des Produkts aufmerksam machen. Durch Hervorhebung dieser wertgebenden Inhalts- und Zusatzstoffe bzw. deren Funktion möchte der Hersteller ein Produktprofil erzeugen, welches an die Bedarfe von gesundheitsorientierten Verbrauchern angepasst ist und ihm einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Die Datenlage zum Verbraucherverhalten gegenüber NGA ist im deutschsprachigen Raum rar und die Ergebnisse zeigen kein einheitliches Bild. Ferner existiert ein Forschungsdefizit bezüglich der Untersuchung spezieller Verbrauchergruppen, vor allem älterer Verbraucher. Individuelle Unterschiede bezüglich der Wahrnehmung und Nutzung von NGA wurden bislang nicht ausreichend untersucht. Ob NGA als eines von vielen Kennzeichnungselementen zur Information des Verbrauchers 60+ eine Rolle spielen, war die zentrale Fragestellung dieser Studie.

Zur Untersuchung dieser Fragestellung wurden sowohl quantitative als auch qualitative Methoden herangezogen. Auf einer ersten, quantitativen Untersuchungsebene wurde der bestehende Datensatz der Nationalen Verzehrsstudie II genutzt, um eine zielgruppenspezifische, sekundäranalytische Auswertung hinsichtlich relevanter Fragestellungen vorzunehmen. Die hier ermittelten Daten (n=2865) dienten sowohl der Ableitung forschungsleitender Fragen, die mittels der qualitativen Untersuchungsebene erforscht werden sollten, als auch der Konstruktion des Interviewleitfadens, der im Rahmen der qualitativen Teilstudie zum Einsatz kam. Innerhalb der zweiten, qualitativen Untersuchungsebene wurden 27 problemzentrierte Interviews mit Gießener Verbrauchern im Alter von 60 bis 80 Jahren geführt. Das Ziel der qualitativen Erhebung war die Exploration relevanter subjektiver Konzepte in Bezug auf NGA im Kontext der Lebensmittelauswahl. Die Transkription der Audioaufzeichnungen ermöglichte eine Auswertung des Datenmaterials mittels Einzelfallanalyse und Typenbildung. Auf der dritten Untersuchungsebene erfolgte abschließend die Synthese bzw. Verknüpfung der quantitativen und qualitativen Daten.



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