Doktorarbeit: Katastrophendiskurs oder Diskurskatastrophe?

Katastrophendiskurs oder Diskurskatastrophe?

Eine wissenssoziologische Kritik an der Diskussion um den anthropogenen Klimawandel

SOCIALIA – Studienreihe soziologische Forschungsergebnisse, Band 120

Hamburg 2012, 512 Seiten
ISBN 978-3-8300-6317-9 (Print/eBook)

Anpassung, CO2, Erneuerbare Energien, IPCC, Klima, Klimapolitik, Klimaschutz, Klimatologie, Klimawandel, Kyoto-Protokoll, Politikwissenschaft, Skeptiker, Soziologie, Vermeidung, Weltklima, Zwei-Grad-Ziel

Zum Inhalt

Die öffentliche Diskussion wird seit Jahrzehnten dominiert von den alarmistischen Warnungen vor der Klimakatastrophe und der Bedrohung der Menschheit. Zweifel und Kritik an der Problemdiagnose, der Problembeschreibung und der Problemlösung werden im Namen von Wissenschaft und Moral unterbunden. Währenddessen schreitet zum Zwecke des Klimaschutzes der Umbau Deutschlands zur grünen Politik voran. Kaum einer nimmt dabei zur Kenntnis, dass die Klimapolitik nicht fruchten kann und in Teilen sogar jene Schreckensszenarien erst produziert, mit denen sie sich selbst legitimiert. Höchste Zeit also, dass der Klimadiskurs und die Klimapolitik kritisch hinterfragt werden.

Sebastian Wiesnet macht es sich zur Aufgabe, diese Kritik an Klimadiskurs und Klimapolitik in einer interdisziplinären, äußerst detailreichen und dennoch leicht verständlichen Abhandlung systematisch und vor allen Dingen neutral zu üben.

Er stützt sich hierfür auf verschiedene normative Bezugsrahmen. Auf der operativen Ebene fragt er mithilfe des praktischen Syllogismus, ob die Klimapolitik überhaupt in der Lage ist, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Auf der Metaebene werden der „ideale Diskurs“ (Habermas) sowie die Prinzipien der modernen Wissenschaft (Merton, Popper) zum Vergleichsmaßstab des öffentlichen und wissenschaftlichen Klimadiskurses.

Wiesnets Gesamtbefund könnte vernichtender kaum sein. Während in der öffentlichen Diskussion selbst berechtigte Zweifel am Paradigma von der Klimakatastrophe unterbunden werden, werden übertriebene Warnungen und falsche Vorstellungen leichtfertig geglaubt. Die Klimapolitik ist hochgradig ineffizient und in Teilen sogar kontraproduktiv. Nichtsdestotrotz wird sie auf verschiedene Arten ideologisiert und immunisiert. Der so geführte öffentliche Diskurs hat das Potential, grundlegende Funktionsprinzipien von Wissenschaft, Medien und Politik nachhaltig zu stören. Ein adäquates und zielgerichtetes Kommunizieren über das Problem und seine Lösung ist nicht mehr möglich. Kurzum: Der Katastrophendiskurs ist eine Diskurskatastrophe.

Dem Autor gelingt es, die neuralgischen Punkte des Diskurses aufzuzeigen und somit den Grundstein zur Rationalisierung des Umgangs mit einem der wichtigsten Themen der Menschheitsgeschichte zu legen.



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