Forschungsarbeit: Nukleare Proliferation im Nahen Osten

Nukleare Proliferation im Nahen Osten

Wie reagieren die regionalen Nachbarn auf Irans Nuklearprogramm? Eine Analyse anhand der Proliferationsdebatte

Schriften zur internationalen Politik, Band 31

Hamburg 2012, 138 Seiten
ISBN 978-3-8300-6227-1

Atombomben, Atomwaffen, Internationale Beziehungen, Iran, Israel, Kenneth Waltz, Kernwaffen, Naher Osten, Nahost, Nukleare Proliferation, Nuklearprogramm, Nuklearwaffen, Politikwissenschaft, Proliferationsdebatte, Proliferationsoptimismus, Proliferationspessimismus, Regionale Sicherheit, Scott D. Sagan

Zum Inhalt

Die Folgen des iranischen Nuklearprogramms auf die regionale Sicherheit im Nahen Osten sind Gegenstand dieses Buches. Es wird davon ausgegangen, dass Iran in naher Zukunft die nukleare Schwelle überschreiten wird. Im Zentrum der Betrachtung stehen die Reaktionen der Nahost-Staaten in Bezug auf die regionale Machtverschiebung. Dieses Buch eröffnet auf kompakte Art und Weise einen Einblick in die Proliferationsdebatte. Aufbauend auf dieser theoriegeleiteten Diskussion wird eine differenzierte Akteursanalyse durchgeführt. Die kritische Auseinandersetzung mit der Situation im Nahen Osten führt zur Erkenntnis, dass Irans Nuklearprogramm als Bedrohung für die regionale Sicherheit wahrgenommen wird. Die regionalen Akteure prüfen gegenwärtig, wie sie das Sicherheitsdefizit ausgleichen können. Es sind vereinzelt Ambitionen für militärische Nuklearprogramme erkennbar; vonseiten Israels wird sogar ein Präventivschlag als mögliche Option in Betracht gezogen. Ferner zeigt die Analyse, dass zahlreiche Staaten die zivile Nutzung der Nukleartechnologie entdeckt haben; dies kann als Vorkehrung für spätere militärische Nuklearprogramme gedeutet werden. Entgegen den Vorstellungen der Proliferationsoptimisten ist momentan im Nahen Osten keine gegenseitige Abschreckungssituation feststellbar, welche als Conditio sine qua non für Stabilität gilt. Die unter Berücksichtigung des Proliferationspessimismus zutage gebrachten Befunde deuten darauf hin, dass in den untersuchten Staaten keine ausgereifte zivile oder demokratische Kontrolle über die Sicherheitsinstitutionen vorhanden ist, was den Schluss zulässt, dass eine verlässliche „command and control“-Struktur über zukünftige Nuklearwaffen infrage gestellt werden muss.



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