Doktorarbeit: Der Aufbau eines zweistufigen Bankensystems aus bankenregulatorischer Sicht am Beispiel Polens

Der Aufbau eines zweistufigen Bankensystems aus bankenregulatorischer Sicht am Beispiel Polens

EURO-Wirtschaft – Studien zur ökonomischen Entwicklung Europas, Band 36

Hamburg 2012, 634 Seiten
ISBN 978-3-8300-6153-3

Bankenaufsicht, Bankenregulierung, Einlagensicherung, EU, EU-Währungsunion, EZB, Finanzmarkt, Neue Institutionenökonomik, Polen, Polnischer Finanzsektor, Transformationsprozess, Volkswirtschaftslehre, Zentralbank

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Das polnische Bankgeschäft befindet seit der historischen Wende in den späten 1980er Jahren in der Transformation. Nach dem Niedergang des Sozialismus entwickelte sich Polen innerhalb kurzer Zeit zu einer marktwirtschaftlich orientierten Demokratie. Dies wird insbesondere bei den Finanzmärkten deutlich, die einerseits zentral für die Funktionsfähigkeit jeder Volkswirtschaft sind, andererseits aber auf Finanzintermediäre, Aufsichtsorgane und ein dichtes Netz unterstützender Normen angewiesen sind, um ihre Funktionsfähigkeit erfüllen zu können.

Eine besondere Herausforderung des Transformationsprozesses stellt die Umwandlung des einstufigen Bankensystems des kommunistischen Zeitabschnitts in ein modernes zweistufiges Bankensystem dar, das aus einer unabhängigen Zentralbank sowie untereinander konkurrierender Geschäftsbanken besteht. Katharina U. Greszczuk untersucht in dieser Studie diese Umwandlung am Beispiel Polens, das sich mit dem Beitritt zur Europäischen Union im Jahre 2004 auch dazu verpflichtet hat, den Acquis Communautaire zu übernehmen. Die Autorin setzt sich für diese Analyse des zweistufigen Bankensystems in Polen mit dem so genannten Safety Net (Polnische Bankenregulierung, Regierung, Zentralbank, Aufsichtsbehörde und Einlagensicherungsfonds) auseinander, untersucht die Anreize und Restriktionen der relevanten Akteure, beschreibt so unter Hinzuziehung der institutionenökonomischen und finanztheoretischen Arbeiten Wirkungszusammenhänge und nutzt diese für wirtschaftspolitische Empfehlungen. Ansätze zur Lösung der noch bestehenden Probleme sieht die Verfasserin u.a. in Verbesserungen der Informationspolitik, einer stärkeren Angleichung des Inflation Targeting an die Bedürfnisse eines Transformationslandes, einer stärkeren Regelgebundenheit der Bankenaufsicht und dem Abbau bestehender bürokratischer Hindernisse sowie einer Verstärkung der Marktdisziplin. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Europäische Union bei einem umsichtigen Beitritt in die Währungsunion einen weiteren positiven Einfluss auf die Integration ausüben könnte.

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