Dissertation: Prozessoptimierung im Krankenhausbereich

Prozessoptimierung im Krankenhausbereich

Logistische Abläufe mit Schwerpunkt Radiologie und deren Verbesserungspotenziale

Gesundheitsmanagement und Medizinökonomie, Band 21

Hamburg 2011, 344 Seiten
ISBN 978-3-8300-5978-3 (Print)

Betriebswirtschaftslehre, Engpassanalyse, Ereignisdiskrete Simulation, Fallstudie, Gesundheitswissenschaft, Klinische Pfade, Krankenhauslogistik, Logistik, Medizin, Netzplantechnik, Operations Research, Prozessoptimierung, Radiologie, Scheduling, Terminplanung

Zum Inhalt

Das Buch, das sich thematisch an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaftslehre und Medizin bewegt, befasst sich mit der Frage ruhender Effizienzpotenziale in deutschen Krankenhäusern und im Behandlungsverlauf eines Patienten und inwieweit diese durch eine Verbesserung der logistischen Prozesse mit Hilfe von Methoden des Operations Research erschlossen werden können.

Unterstützende logistische Prozesse wie die Termin- oder Transportplanung werden von Kliniken vielfach unterschätzt. Häufig stehen für Kliniken bislang die hohe Qualität der Patientenversorgung und Kostendeckung bzw. Gewinnmaximierung im Vordergrund. Der Aspekt der Prozessoptimierung wird hierbei häufig vernachlässigt. Eine ineffiziente Gestaltung dieser Planungsaufgaben kann jedoch neben einer Kostenerhöhung und Patientenunzufriedenheit im schlimmsten Fall sogar eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Patienten mit sich ziehen. Die Optimierung der für den Heilungsprozess des Patienten in der Regel irrelevanten Logistikprozesse ist für ein wettbewerbsfähiges Krankenhaus jedoch mittlerweile zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden.

In vier Fallstudien, durchgeführt in unterschiedlichen Kliniken und Abteilungen, werden ineffiziente Abläufe und Logistikprozesse im Behandlungsverlauf eines Patienten analysiert und Vorschläge zur effizienteren Gestaltung aufgezeigt. Bei der Bearbeitung der verschiedenen Fallstudien kommen empirische und statistische Methoden sowie quantitative Methoden des Operations Research und Prozessmanagements zur Anwendung. So flossen zur Darstellung der komplexen Abläufe in einer Radiologieabteilung Daten aus einer mehrmonatigen Erhebung in Form statistischer Verteilungsfunktionen (z.B. für Patiententyp, Terminstatus, Untersuchungstyp, geplante und tatsächliche Untersuchungszeit) in ein Simulationsmodell ein. Mit Hilfe dieses Modells können die Auswirkungen unterschiedlicher Prozessveränderungen und Schedulingverfahren auf die Effizienzparameter wie Geräteauslastung, Patientendurchsatz und die Wartezeit der Patienten analysiert werden.

Im Rahmen der Bearbeitung der Fallstudien werden auch die Eigenschaften und Besonderheiten des Krankenhaussektors hervorgehoben, die stets bei der Anwendung klassischer betriebswirtschaftlicher Konzepte zu berücksichtigen sind. Umgekehrt erfolgt die Darstellung der jeweils angewandten Konzepte detailliert und ausführlich, so dass die Vorgehensweisen und die angewandten Methoden für die an den Fallstudien beteiligten Disziplinen aus Medizin und Betriebswirtschaft unmittelbar nachvollzogen werden können.

Anhand der Fallstudien wird gezeigt, dass mit Hilfe geeigneter Methoden teilweise sehr große Effizienzpotenziale im Krankenhaus erschlossen werden können. Das Effizienzpotenzial ist in vielen Abteilungen noch so groß, dass alle Beteiligten von den vorgeschlagenen Prozessverbesserungen profitieren können, ohne miteinander in einen Zielkonflikt zu geraten, wie beispielsweise den klassischen Trade-Off zwischen der Maximierung der Ressourcenauslastung von Geräten und Personal und der Minimierung der Wartezeit für Patienten.



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