Dissertation: Das Kündigungsrecht des Vermieters

Das Kündigungsrecht des Vermieters

Eine rechtshistorische Untersuchung der Mietvertragspraxis für Wohnraum in Hamburg in der Zeit von 1934 bis 1970

Rechtsgeschichtliche Studien, Band 50

Hamburg 2011, 214 Seiten
ISBN 978-3-8300-5970-7

Rezension

[...] Insgesamt liegt mit dem Werk Rödels, das auch die Wohnungswirtschaft, die Wohnungsbaufinanzierung und spezielle Hamburger Statistiken in die Untersuchungen mit einbezieht, eine Darstellung der Mietrechtspraxis ab 1934 vor, die für weitere Regionen Deutschlands noch aussteht.

Werner Schubert, in:
Zeitschrift integrativer europäischer Rechtsgeschichte, ZIER 02/2012

Außerordentliches fristloses Kündigungsrecht, Bestandsschutz, Deutscher Einheitsmietvertrag, Formularmietvertrag, Hamburger Mietvertrag für Wohnraum, Hausordnung, Mietrecht, Rechtsgeschichte, Rechtswissenschaft, Vertragswidriger Gebrauch

Zum Inhalt

Eine Besonderheit der Untersuchung wird schon beim Blick auf die verwendeten Quellen deutlich. Anhand von Original - Mietverträgen der Hamburger Haus- und Grundbesitzervereine werden die Rechtsfragen des Bestandsschutzes, insbesondere dem außerordentlichen fristlosen Kündigungsrecht des Vermieters, rekonstruiert.

Hierbei findet auch das Spannungsverhältnis zwischen der Entwicklung der Mietvertragspraxis und dem gesetzlichen Mieterschutz in den Jahren 1934 bis 1970 Berücksichtigung. Ein interessanter rechtsdogmatischer Ansatz liegt diesbezüglich dem Deutschen Einheitsmietvertrag von 1934 zugrunde. Der Zentralverband Deutscher Haus- und Grundbesitzvereine sowie der Bund Deutscher Mietervereine haben sich unter Leitung des Reichsjustizministeriums auf einen Mustermietvertrag verständigt. Auf diese Weise haben die Parteien einen Lösungsansatz für das privatrechtstheoretische Problem einer Vereinbarkeit von Privatautonomie und Mieterschutz zu entwerfen versucht. Die Auswirkungen des Deutschen Einheitsmietvertrages auf das Wohnraummietrecht bilden den Ausgangspunkt einer Untersuchung der Hamburger Mietvertragsentwicklung.

Es kennzeichnet das Werk, dass die Analyse der Vertragsregelungen den sozialhistorischen sowie wohnungspolitischen Zusammenhang berücksichtigt. Die normative Entwicklung wird hierdurch nachvollziehbar.



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