Doktorarbeit: Der Konvergenzprozess zwischen Ost- und Westdeutschland

Der Konvergenzprozess zwischen Ost- und Westdeutschland

Hemmnisse und politische Handlungsmöglichkeiten

Wirtschaftspolitik in Forschung und Praxis, Band 53

Hamburg 2011, 252 Seiten
ISBN 978-3-8300-5803-8

Agglomerationsprozess, Konvergenz, Neue Bundesländer, Ostdeutsche Bundesländer, Ostdeutschland, Unternehmertum, Volkswirtschaftslehre, Wiedervereinigung

Zum Inhalt

Auch zwanzig Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung bleibt die Leistungsfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft deutlich hinter der westdeutschen zurück. Betrachtet man die BIP-pro-Kopf-Entwicklung in den vergangenen Jahren scheint es, dass sich dies auf absehbare Zeit nicht ändern wird. Da das Grundgesetz politische Entscheidungsträger zur Wahrung einheitlicher Lebensverhältnisse in Deutschland verpflichtet, müssen die BIP-pro-Kopf-Unterschiede durch finanzielle Transfers ausgeglichen werden. Sie belaufen sich auf rund 32 Mrd. Euro pro Jahr.

Ziel der Studie ist es, die Ursachen für den anhaltenden wirtschaftlichen Rückstand der ostdeutschen Bundesländer aufzuzeigen. Daraus werden anschließend Handlungsempfehlungen abgeleitet, die geeignet sind, die BIP-pro-Kopf-Lücke zwischen Ost und Westdeutschland zu schließen. Zu Beginn des Untersuchung wird mit Hilfe der ß Konvergenz empirisch nachgewiesen, dass die BIP-pro-Kopf-Niveaus der ost- und westdeutschen Bundesländer gegenwärtig nicht konvergieren. Anschließend wird untersucht, welche Wachstumsdeterminanten hierfür ursächlich sind. Es zeigt sich, dass insbesondere das geringe Wachstum der Totalen Faktorproduktivität (TFP) – ausgelöst durch einen Mangel an innovativen Unternehmen – die persistenten BIP-pro-Kopf-Unterschiede verursacht. Es scheint, dass die ostdeutschen Bundesländer den Übergang von einer „managed economy“ zu einer „entrepreneurial economy“ nicht geschafft haben.

Im Folgenden wird daher untersucht, weshalb die ostdeutsche Wirtschaft weniger innovative Unternehmer aufweist. Hier zeigt sich, dass die geringere ostdeutsche Bevölkerungsdichte dazu führt, dass weniger inter-industrielle Wissensspillover auftreten. Da solche Wissensspillover den Zugang zu Know-How erleichtern, erklärt die geringere ostdeutsche Bevölkerungsdichte die schwächere Innovationsfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft teilweise.

Die geringere Bevölkerungsdichte der ostdeutschen Bundesländer ist eine Folge der starken Abwanderung ostdeutscher Bürger, die auch heute noch anhält. Dieses Migrationsmuster lässt sich anhand eines Agglomerationsmodells beschreiben. So wird gezeigt, dass der Fall der Mauer einen Agglomerationsprozess ausgelöst hat, der auch heute noch anhält.



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