Doktorarbeit: Experimente mit lebenden Tieren

Experimente mit lebenden Tieren

Auswirkungen auf Lernerfolg, Experimentierkompetenz und emotional-motivationale Variablen

Didaktik in Forschung und Praxis, Band 57

Hamburg 2011, 260 Seiten
ISBN 978-3-8300-5719-2 (Print/eBook)

Biologiedidaktik, Experimentieren, Experimentierkompetenz, Interesse, Intrinsische Motivation, Lebende Tiere, Lehr- und Lernforschung, Lerneffekt, Lernemotionen, Lernen, Naturwissenschaftlicher Unterricht, Naturwissenschaftsdidaktik, Pädagogik

Zum Inhalt

Jahrelang wurde dem Einsatz lebender Tiere im Unterricht – im Sinne einer Originalen Begegnung – eine besonders lernförderliche Wirkung zugesprochen. Jedoch zeigen die wenigen bis heute hierzu veröffentlichten Studien ein uneinheitliches Bild. Diese hier vorliegende Arbeit möchte zu etwas mehr Klarheit in diesem Forschungsbereich beitragen. Hierzu wurden zwei jeweils dreiteilige Treatmentreihen entwickelt und miteinander verglichen. In jeder Teileinheit wurde ein anderes Tier behandelt. Folgende Tierarten wurden eingesetzt: die Assel (Porcellio scaber) als ein Vertreter der Krebstiere (Crustacea), die Weinbergschnecke (Helix pomatia) als ein Vertreter der Weichtiere (Mollusca) und die Hausmaus (Mus musculus f.domesticus) als ein Vertreter der Säugetiere (Mammalia). Anders als bei vielen der hierzu bis heute vorliegenden Studien wurde lediglich die Variable „lebend“ durch den Einsatz vergleichbarer Videosequenzen verändert, alle anderen Parameter wie Stundenaufbau, zeitlicher Umfang oder Art der Instruktionen wurden konstant gehalten. Durch die Anwendung Allgemeiner Linearer Modelle (GLM) sowie Gemischter Linearer Modelle mit Zufallseffekten (GLMM) konnten weitere Einflussgrößen, wie beispielsweise das Vorwissen, die Schulart, das Geschlecht oder die Klassenstufe berücksichtigt und kontrolliert werden. Es werden zwei Studien vorgestellt. Studie 1 war weitestgehend auf die Schulart Realschule beschränkt. Für Studie 2 wurde die Stichprobe um die Schulart Gymnasium systematisch erweitert. Außerdem wurde zusätzlich die „Klasse“ als Zufallsfaktor sowie die allgemeine Schulleistung (Kovariate) in den gerechneten Modellen berücksichtigt. Während in Studie 1 der Lerneffekt in der Filmgruppe in den Teileinheiten zur Weinbergschnecke und zur Maus jeweils höher ausfiel als in der Lebendtiergruppe, zeigten sich in Studie 2 unter Berücksichtigung der Klasse als Zufallsfaktor keine Unterschiede mehr zwischen den beiden Treatmentgruppen (Lebendtier/Film).

National wie international spielt die Erkenntnismethode des „Experimentierens“ im naturwissenschaftlichen Unterricht eine zentrale Rolle. Daher wurde im Rahmen dieser Arbeit die Experimentierkompetenz mit erfasst. Sowohl durch den Einsatz von lebenden Tieren, als auch durch den Einsatz von experimentellen Videosequenzen, zeigt sich zumindest in der Tendenz ein Kompetenzzuwachs. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, ob im Rahmen der Experimente Filme oder lebende Tiere eingesetzt werden.

Ein weiterer Fokus dieser Untersuchung liegt auf den situativen emotionalen Variablen Interesse, Wohlbefinden, Langeweile und Ekel sowie - in Anlehnung an die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (1985) - auf verschiedenen Prädiktoren intrinsischer Motivation.



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