Dissertation: Der Romanisierungsprozess auf der Iberischen Halbinsel aus der Perspektive der iberischen Kulturen

Der Romanisierungsprozess auf der Iberischen Halbinsel aus der Perspektive der iberischen Kulturen

ANTIQUITATES – Archäologische Forschungsergebnisse, Band 54

Hamburg 2011, 620 Seiten
ISBN 978-3-8300-5678-2 (Print/eBook)

Rezension

[...] zeigt die Arbeit das Ringen um das bessere Verständnis der Mechanismen menschlichen Zusammenlebens, deren Analyse aus archäologischem Material nicht leicht, teilweise sogar unmöglich ist. Ein wirklicher Verdienst dieses Buches ist es daher, das Problem der Interpretationen archäologischen Materials aufzuzeigen und viele Anstöße zum weiteren Reflektieren gegeben zu haben.

Christiane Nowak, in:
Göttinger Forum für Altertumswissenschaft, GFA 15 (2012), S. 1035-1043

Akkulturation, Archäologie, Iberer, Iberische Halbinsel, Integration, Kulturkontakt, Münzprägung, Republikanische Zeit, Römer, Romanisierung, Siedlungsarchäologie, Spanien, Territorialorganisation

Zum Inhalt

Eine auch für unser Zeitalter nicht minder bedeutende Rolle im Sinne der Integration spielten die mit der Romanisierung einhergehenden ’Akkulturationsprozesse’. Diese lassen sich heute etwa mit Vorgängen einer globalen ’Amerikanisierung’ vergleichen. Sie bilden jedoch nur einen Faktor des umfassenden Kulturwandels. Die Iberische Halbinsel zählt zu den ersten Provinzen des Römischen Reiches. Ihre Eingliederung war teils friedlich, teils war sie 200 Jahre durch zahllose Kriege von erbittertem Widerstand geprägt.

Die Studie sucht, die komplexen und oftmals widersprüchlichen Prozesse der Romanisierung aus der Perspektive der einheimischen Kulturen zu analysieren. Die Iberer werden als eigene Größe in den Mittelpunkt der kulturellen Entwicklungen der letzten zwei Jahrhunderte v. Chr. gestellt. Im Vordergrund stehen repräsentative Beispiele städtischer Siedlungen aus drei Kulturräumen der Iberischen Halbinsel: der griechisch geprägte Nordosten, der phönizisch-punisch beeinflusste Süden und die hispanische Levante als eine Art Mischzone. Dabei werden die Städte der verschiedenen Regionen sowie die kulturellen Profile der ländlichen Siedlungen in ihrem Umland diachron untersucht und untereinander verglichen. Ziel ist es, anhand der Veränderungsprozesse in der Territorialorganisation Rückschlüsse auf die geographische Dimension der Romanisierung und auf die Bedeutung des Wandels innerhalb der Interaktionsräume zu gewinnen.

Die Umkehrung der Perspektive und eine Konzentrierung auf die archäologischen Quellen haben gezeigt, dass die Grenzen und Möglichkeiten der archäologischen Befundinterpretation republikanischer bzw. spätiberischer Zeit unweigerlich zu Fragen führen, ob und wo römischer Einfluss im einheimischen Umfeld archäologisch sichtbar wird. So konnte eine differenziertere Vorstellung über Veränderungen in republikanischer Zeit hinsichtlich des territorialen und urbanen Wandels, der Landwirtschaft, Produktionsstätten und Münzprägung gewonnen werden.



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