Doktorarbeit: Das tschechische Aspektsystem im Vergleich mit dem Verbalaspekt des Russischen und Polnischen

Das tschechische Aspektsystem im Vergleich mit dem Verbalaspekt des Russischen und Polnischen

Studien zur Slavistik, Band 27

Hamburg 2011, 296 Seiten
ISBN 978-3-8300-5633-1 (Print/eBook)

Aktionsart, Aspekt, Aspektforschung, Iterativum, Komparatistik, Literaturwissenschaft, Polnisch, Russisch, Slavistik, Sprachwissenschaft, Tschechisch, Verb

Zum Inhalt

Das Thema Aspekt ist eines der häufigsten Themen in der slavistischen Sprachwissenschaft. Die Kategorie des Aspekts ist aber semantisch auch den anderen Sprachen nicht ganz fremd. Es bietet sich also die Frage an, was den slavischen Aspekt so besonders macht, dass ihm so viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Was haben die slavischen Sprachen gemeinsam und wodurch unterscheiden sie sich bezüglich der Aspektkategorie von den anderen Sprachen?

Zum Thema Aspekt wurden schon zahlreiche Publikationen veröffentlicht, so dass die Slavistik längst einen Punkt erreicht hat, an dem das ganze Thema an Übersichtlichkeit verliert. In diesem Band wird deshalb zuerst ein kurzer Überblick über die bisherige Aspektforschung gegeben.

Anschließend wird anhand von drei slavischen Sprachen gezeigt, was die bisherigen Theorien gebracht haben und wie sie sich mit dem heutigen Stand der Sprache verbinden lassen. Der eigentliche Gegenstand dieser Monographie beschränkt sich auf nordslavische Sprachen als solche mit vereinfachtem Tempussystem. Die nordslavischen Sprachen werden hier durch die größte ostslavische Sprache – das Russische – und die beiden meist gesprochenen westslavischen Sprachen – das Polnische und das Tschechische – vertreten. Dabei ist das eigentliche Ziel der Studie, die auffälligsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem tschechischen, polnischen und russischen Aspektsystem vor dem Hintergrund einer Analyse der gegenwärtigen Sprache zu beschreiben. Bei der kontrastiven Arbeit bildet das Tschechische den Ausgangspunkt.

Einer der auffälligsten Unterschiede, der das Tschechische von den anderen beiden untersuchten Sprachen trennt, ist das manchmal als „drittes Glied“ bezeichnete Verb, das Iterativum, das im Tschechischen stark paradigmatisch gebildet wird. In dieser Untersuchung wird von der These ausgegangen, dass das Iterativum statt dem Bereich der Aktionsarten dem des Aspekts zugeordnet werden sollte und dass für das Tschechische, im Unterschied zu den beiden anderen untersuchten Sprachen, ein Aspektsystem mit drei Gliedern angenommen werden kann.

Um von in anderen Werken angeführten Beispielen unabhängig zu bleiben und zugleich die Subjektivität der eigenen Beispiele zu vermeiden, wurde eigens ein Sprachkorpus aus Übersetzungen eines sehr populären Buches aus der gegenwärtigen Jugendliteratur zusammengestellt.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben