Doktorarbeit: Emotionsbezeichnungen im kindlichen Wortschatz

Emotionsbezeichnungen im kindlichen Wortschatz

Die Ausdifferenzierung der lexikalischen Felder „Angst“ und „Ärger“ bei Kindern im Vor- und Grundschulalter

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 155

Hamburg 2011, 366 Seiten
ISBN 978-3-8300-5555-6 (Print/eBook)

Ärger, Angst, Emotionen, Entwicklungspsychologie, Germanistik, Kinder, Kognitive Linguistik, Metaphern, Phraseologie, Psycholinguistik, Spracherwerb, Sprachwissenschaft, Theory of Mind, Wortschatzerwerb

Zum Inhalt

Welche Bezeichnungen für Emotionen verstehen Kinder und welche verwenden sie, wenn sie über Emotionen anderer Personen und über eigene Emotionen sprechen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieser empirischen Untersuchung. Anhand der Emotionen Angst und Ärger wird die Entwicklung des Wortschatzes zur Bezeichnung dieser Emotionen bei Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren vorgestellt. Neben einfachen Wörtern wie ängstlich, wütend, sauer oder grantig lag der Fokus der Untersuchung auf idiomatische Bezeichnungen (eine Gänsehaut bekommen, aus der Haut fahren) und metaphorische Äußerungen. Die eigens für diese Untersuchung entwickelte agreement-seeking-method diente dabei als Zugang zur bildhaften Sprache der Kinder. Die Methode verwendet auf subtile Art und Weise alltägliches Gesprächsverhalten, um innerhalb eines zwanglosen, aber doch standardisierten Interviews die sprachlichen Fähigkeiten der Vor- und Grundschulkinder zu erheben. Als Gesprächsgrundlage wurden verschiedene Bildergeschichten zu den Emotionen Angst und Ärger verwendet.

Das Gesamtbild der sprachlichen Entwicklung von Vor- und Grundschulkinder runden zwei psycholinguistische Tests ab, die das Verstehen von Emotionswörtern sowie idiomatischen Bezeichnungen aus den lexikalischen Feldern „Angst“ und „Ärger“ testeten. Die Kinder zeigen unterschiedliche Entwicklungen in den beiden lexikalischen Feldern „Angst“ und „Ärger“. Vor allem im Verstehen von idiomatischen Bezeichnungen werden diese Unterschiede deutlich.

Die Ergebnisse werden mit vielen Beispielen ausführlich dargestellt. Neben der detaillierten Analyse des kindlichen Wortschatzes im Hinblick auf konventionelle Bezeichnungen, überrascht die Kreativität so mancher „verunglückter“ Beschreibungen von Gefühlen. Äußerungen wie mir würde die Hose platzen oder mir würde der Kopf platzen als Bezeichnung für Wut werden ausführlich diskutiert. Mithilfe der Kognitiven Linguistik werden Aussagen über den metonymischen und metaphorischen Gehalt solcher Äußerungen gemacht.



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