Dissertation: Konzepte zur Vermeidung von Top Management Fraud

Konzepte zur Vermeidung von Top Management Fraud

Eine betriebswirtschaftliche Analyse des nationalen unternehmerischen Überwachungssystems unter besonderer Berücksichtigung der monistischen und dualistischen Unternehmensverfassung

COMPLIANCE, Band 2

Hamburg 2011, 676 Seiten
ISBN 978-3-8300-5492-4 (Print/eBook)

Abschlussprüfer, Aufsichtsrat, Betriebswirtschaftslehre, Board Modell, Compliance, Corporate Governance, dualistisches System, Fraud Idolose Handlungen, monistisches System, Societas Europaea (SE), Überwachungssystem

Zum Inhalt

Durch die Finanzmarktkrise und Unternehmensschieflagen der Vergangenheit wurden Schwächen im System der Unternehmensüberwachung evident. Hierdurch sank das Vertrauen der Anleger in die Kapitalmarkteffizienz. Vor diesem Hintergrund strebt der Gesetzgeber mit seinen Reformen eine Verbesserung des Anlegerschutzes und der Corporate Governance an. Daneben zielen die Novellierungen auf eine Verbesserung der Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen an internationalen Kapitalmärkten, da die Investitionsentscheidungen ausländischer Investoren maßgeblich von der Güte der Corporate Governance determiniert werden. Die Untersuchung stellt auf kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften i.S.d. § 264d HGB ab. Hierbei werden die nationale und die Europäische Aktiengesellschaft betrachtet. Diese Vorgehensweise ermöglicht zugleich eine Berücksichtigung des Wettbewerbs zwischen monistischem und dualistischem System. Die Unternehmenspolitik beider Gesellschaftsformen umfasst insbesondere die Bestandssicherung sowie die langfristige Wertsteigerung, wobei die Vermeidung doloser Handlungen der Unternehmensführung ein zentrales Unterziel darstellt. Die Analyse fokussiert die Prävention doloser Handlungen und daher liegt ein Schwerpunkt auf den Maßnahmen der ex ante-Überwachung, da diese ein hohes präventives Potenzial bergen. Aufgrund der hierarchischen Einordnung der Unternehmensführung werden nicht der einzelne Überwachungsträger sondern deren Interdependenzen fokussiert, da sich ein System durch das Zusammenwirken der einzelnen Elemente auszeichnet.

Die besondere praktische Relevanz der Untersuchung wird durch die Finanzmarktkrise sowie die Gesetzesreformen zur Verbesserung der Corporate Governance gestützt. Darüber hinaus konnte mittels einer Analyse der Geschäftsordnungen der DAX 30-Unternehmen festgestellt werden, dass die bereits auf Gesellschaftsebene existierenden Regelungen keine ausreichende Information des Aufsichtsorgans gewährleisten. Weiterhin bestätigen jüngere empirische Untersuchungen, dass weder die Berichterstattung des Aufsichtsorgans hinsichtlich seiner Aufgabenwahrnehmung, noch dessen Zusammenarbeit mit anderen Instanzen des Überwachungssystems das für eine effektive Vermeidung von Top Management Fraud notwendige Niveau erreichen. Zur Weiterentwicklung der Corporate Governance werden u.a. gesetzliche und außergesetzliche Normierungsvorschläge unterbreitet. Im Bereich der Informationsversorgung erfolgt die Ableitung zweckmäßiger Inhalte einer Informationsordnung sowie die sachgerechte Ausgestaltung eines Whistleblowing-System. Ebenfalls von praktischer Relevanz sind die erarbeiteten idealtypischen Inhalte für den Rechenschaftsbericht des Aufsichtsorgans nach § 171 Abs. 2 AktG, da dies auch zur (Teil-)Konkretisierung des mit dem BilMoG eingeführten § 289a HGB beiträgt. Zusätzlich ist die umfassende Gegenüberstellung der Unternehmensverfassungen (interdisziplinär) bedeutend, da beide Themenkomplexe gleichermaßen Gegenstand der gegenwärtigen betriebs- und rechtswissenschaftlichen Diskussion sind.



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