Doktorarbeit: Brauchen wir zur Korruptionsbekämpfung ein Unternehmensstrafrecht?

Brauchen wir zur Korruptionsbekämpfung ein Unternehmensstrafrecht?

Strafrecht in Forschung und Praxis, Band 195

Hamburg 2010, 538 Seiten
ISBN 978-3-8300-5435-1 (Print/eBook)

Berbandsstrafrecht, Compliance, Kontrollsysteme, Korruption, Korruptionsbekämpfung, Korruptionsprävention, Ordnungswidrigkeitenrecht, Rechtsvergleichung, Rechtswissenschaft, Strafmilderung, Strafrecht, Unternehmenssanktionen, Unternehmensstrafrecht, USSentencing Guidelines, Verbandsgeldbuße, § 30 OWiG

Zum Inhalt

Namhafte Unternehmen waren in den letzten Jahren in Korruptionsskandale verwickelt. Dabei zeigt sich, dass die Korruption, die aus Unternehmen heraus begangen wird, immer häufiger systematisch begangen wird und oftmals strukturelle Züge aufweist. Aus diesem Grund bekam die seit Jahrzehnten andauernde Diskussion um eine Strafbarkeit von Unternehmen und Verbänden neuen Auftrieb.

Der Autor untersucht die rechtspolitischen und rechtsdogmatischen Argumente, die von Befürwortern und Gegnern der Verbandsstrafbarkeit vertreten werden. Anschließend stellt er ausführlich die Schwächen und Defizite der bestehenden Rechtslage in Bezug auf die Korruptionsbekämpfung dar. Dennoch spricht er sich gegen die Einführung einer Strafbarkeit und stattdessen für die Modifikation der Verbandsgeldbuße (§ 30 OWiG) aus. Die wesentliche Modifikation besteht vor allem in einer Strafmilderung bei Einführung eines Compliance- und Ethikprogramms. Der Autor nimmt hierzu Anleihen aus Regelungen des angelsächsischen Rechtskreises, insbesondere aus den United States Sentencing Guidelines, dem Foreign Corrupt Practices Act, dem Sarbanes-Oxlex Act und dem Bribery Act 2010.

Nur wenige Autoren haben in der Vergangenheit bereits auf die Möglichkeit von Strafmilderungen nach dem Vorbild der United States Sentencing Guidelines hingewiesen, eine umfassende Untersuchung der Nutzbarmachung dieser Ansätze für das deutsche Sanktionenrecht wurde allerdings erstmals im Rahmen dieser Abhandlung erörtert.

Der Autor ist Rechtsanwalt und Diplom Betriebswirt (FH). Seine berufliche Tätigkeit umfasst u.a. das Wirtschafts- und Steuerstrafrecht sowie die Beratung von mittelständischen Unternehmen in Fragen der Compliance und des Datenschutzes. Weiterhin ist er Mitglied von Transparency International e.V. und der Association of Certified Fraud Examiners (ACFE). Die praktischen und theoretischen Erfahrungen, die der Autor in diesem Zusammenhang sammeln konnte, sind in das Werk eingeflossen.

Aufgrund dieses Praxisbezugs richtet sich das Buch zunächst an alle Praktiker, die sich mit der Sanktionierung von Unternehmen und der Compliance beschäftigen. Gleichermaßen enthält es aber auch einen Appell an den Gesetzgeber und Anregungen an die Wissenschaft für ein modernes Sanktionenrecht für Verbände.



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