Doktorarbeit: The Dynamics of Collective Guilt Three Generations after the Holocaust

The Dynamics of Collective Guilt Three Generations after the Holocaust

Young Germans‘ Emotional Experiences in Response to the Nazi Past

- in englischer Sprache -

Schriften zur Sozialpsychologie, Band 23

Hamburg 2010, 170 Seiten
ISBN 978-3-8300-5289-0

Auschwitz, Bedauern, Holocaust, Impliziter Antisemitismus, Kollektivschuld, Psychologie, Reparationen, Schlussstrich, Schuldabwehr, Sekundärer Antisemitismus, Theodor W. Adorno, Vergangenheitsbewältigung

Zum Inhalt

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In seinem grundlegenden Aufsatz „Schuld und Abwehr“ erklärte Adorno den vorgefundenen Antisemitismus der Deutschen Teilnehmer mit einer paradoxen Projektion: Gerade weil sich die Befragten für das den Juden Angetane latent schuldig fühlten, versuchten Sie diese Schuld abzuwehren über (sekundär) antisemitische Verteidigungsstrategien. Diese Idee eines Antisemitismus nicht trotz sondern wegen Auschwitz ist bis heute eine dominante Erklärung kontemporären Antisemitismus. In dem Werk werden drei zentrale Annahmen Adornos und der auf ihn Bezug nehmenden Forschung erstmals im Rahmen eines quantitativ-empirischen Forschungsprogramms untersucht: Führt die als Schuldabwehrmechanismus charakterisierte Forderung nach einem Schlussstrich unter die Geschichte der NS-Zeit tatsächlich zu einer Reduktion eingestandener (gruppenbasierter) Schuld? Ist umgekehrt das Eingeständnis einer solchen Schuld tatsächlich verknüpft mit positiven und prosozialen Einstellungen, weniger Vorurteilen und einem Interesse an positivem Kontakt mit der ehemaligen Opfergruppe? Führt die Konfrontation mit heute noch anhaltendem Leiden jüdischer Überlebender tatsächlich zu einem gesteigerten Antisemitismus und wenn, unter welchen Umständen geschieht dies?

Die Studie vermittelt grundlegende Annahmen der geisteswissenschaftlichen Antisemitismusforschung mit psychologischen Theorien und schlägt so eine Brücke zwischen den zuweilen unverbundene Disziplinen. Die Ergebnisse zeigen, dass einige der Annahmen Adornos auch über 50 Jahre später noch hochaktuell sind und sich empirisch bestätigen lassen, während andere einer Revision unterzogen werden müssen.



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