Dissertation: Gewerkschaftliche Identität in der Krise

Gewerkschaftliche Identität in der Krise

Zum Spannungsverhältnis individueller und kollektiver gewerkschaftlicher Identität

Schriften zur Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie, Band 52

Hamburg 2010, 240 Seiten
ISBN 978-3-8300-5202-9 (Print/eBook)

Gewerkschaftsforschung, Gewerkschaftsfunktionär, Gewerkschaftskrise, Gewerkschaftsmitglied, Identitätspsychologie, Kernarbeitswerte, Psychologie, Tarifverhandlung

Zum Inhalt

Unter Zugrundelegung identitätspsychologischer Überlegungen von Erikson, Marcia und Haußer wird das Thema „Gewerkschaftliche Identität in der Krise“ bearbeitet. Dabei werden die Kernarbeitswerte gewerkschaftlichen Handelns, wie Arbeitsplatzsicherheit, Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub, Weiterbildung und Tarifvertrag, hinsichtlich ihrer subjektiven Bedeutsamkeit untersucht.

Die Hauptthesen lauten:

  • Die Krise der Gewerkschaften ist eine Identitätskrise ihrer Mitglieder und der Organisation.
  • Ausgelöst wurde diese Krise durch den Umstand, dass die ehren- und hauptamtlichen Funktionäre eine andere subjektive Betroffenheit gegenüber den Kernarbeitswerten (Arbeitsplatzsicherheit, Arbeitszeit, Weiterbildung, Gehalt, Tarifvertrag, Urlaub) aufweisen, als die übrigen gewerkschaftlich bzw. nichtorganisierten Kolleginnen und Kollegen.

Es wird angenommen, dass sowohl Individuen als auch eine Organisationen über eine gewerkschaftliche Identität verfügen können. Das sich daraus ergebende Spannungsverhältnis wird unter Berücksichtigung der identitätstheoretischen Modelle betrachtet.

Die Auswertung des Datenmaterials ergibt eine klare Bestätigung der untersuchten Hypothesen. Zusätzlich wird beschrieben, dass die gewerkschaftlichen Funktionäre und die „einfachen“ Mitglieder eine voneinander abweichende gewerkschaftliche Identität aufweisen.

Als Konsequenz wird ein Verfahren für die gewerkschaftliche Praxis entwickelt, welches im Rahmen von Haustarifverhandlungen insbesondere die identitätspsychologischen Ergebnisse dieser Studie berücksichtigt.



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