Dissertation: Strafbarkeit ärztlicher Brechmittelvergabe

Strafbarkeit ärztlicher Brechmittelvergabe

Die Exkorporation mutmaßlich verschluckter Betäubungsmittel im Strafverfahren

Strafrecht in Forschung und Praxis, Band 183

Hamburg 2010, 238 Seiten
ISBN 978-3-8300-5064-3 (Print/eBook)

Achidi John, Beweissicherungsarzt, BGH 5 StR 18/10, Brechmeitteleinsatz, Brechmittel, Brechmittelvergabe, Drogen, Drogenhandel, Emetika, Exkorporation, Ipecacuanha, Körperlicher Eingriff, Landgericht Bremen, Laxans, Lege Artis, Magensonde, Polizei, Rechtsmediziner, Rechtswissenschaft, Sonde, Strafbarkeit, Strafverfolgung, Verantwortungsteilung, Vertrauensgrundsatz, § 81a StPO

Zum Inhalt

Die Praxis der gewaltsamen Vergabe von Brechmitteln zur strafrechtlichen Überführung mutmaßlicher Drogenkonsumenten und Straßendealer wurde in der Vergangenheit nur unter dem Gesichtspunkt der strafprozessualen Zulässigkeit dieser Ermittlungsmethode diskutiert. Das Buch stellt erstmalig die Frage nach der Strafbarkeit der an der gewaltsamen Brechmittelvergabe beteiligten Ärzte. Sowohl aus juristischer, als auch aus medizinisch kompetenter Sicht – die Verfasserin ist auch Ärztin für Rettungsmedizin – wird aufgezeigt, dass das Beibringen von Brechmittel mittels einer Nasen-Magensonde gegen den Widerstand eines Beschuldigten nicht lege artis erfolgen kann. In kritischer Auseinandersetzung mit der affirmativen Gegenposition in Rechtsprechung, Strafrechtswissenschaft und Rechtsmedizin wird auf die strafrechtlichen Konsequenzen für die beteiligten Ärzte hingewiesen. Ausführlich werden die tatsächlich verlaufenen Brechmitteleinsätze in Hamburg und Bremen erörtert. Am Beispiel des Bremer Falls – die Verfasserin hat an der dortigen Hauptverhandlung gegen den beteiligten Rechtsmediziner beigewohnt – werden zusätzlich die Qualifikation von Rechtsmedizinern als Beweissicherungsärzte und die sich in einem Notfall stellenden Schwierigkeiten der Verantwortungsteilung und der interdisziplinären Zusammenarbeit bei einem erforderlichen Einsatz eines Notarztes diskutiert – Probleme, die sich auch zu häufig in den Fällen freiwilliger Brechmitteleinnahme durch in Verdacht einer Betäubungsmittelstraftat stehenden Beschuldigten stellen können.



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