Doktorarbeit: Produktaktivierung und Registrierung bei Software für den Massenmarkt

Produktaktivierung und Registrierung bei Software für den Massenmarkt

Studien zum Gewerblichen Rechtsschutz und zum Urheberrecht, Band 70

Hamburg 2010, 296 Seiten
ISBN 978-3-8300-5059-9 (Print/eBook)

Rezension

Breiteste Anwendung finden die Aktivierungsprozeduren im Massenmarkt, sowohl bei Programmpaketen, die der Hersteller über den Handel vertreiben lässt, als auch bei Computern, die von Händlern mit vorinstallierter Software ausgeliefert werden [...].
[...] kommt Jobke zum Schluss, dass der Käufer bei eingetretener Programmsperre ausnahmsweise das Recht zur Selbsthilfe, d.h. das Recht zur Beseitigung der Sperre hätte [...]. [...]
Besonders lobenswert ist, dass häufig [...] eine präzise Zusammenfassung nachgereicht wird, was es sehr erleichtert, den Überlegungen zu folgen.

Manfred Hunziker, in:
UFITA - Archiv für Urheber-, Film- und Medienrecht, 2011/II

AGB, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Computerprogramm, Download, Erschöpfung, Kaufrecht, Lizenzvertrag, Programmsperre, Raubkopie, Rechtswissenschaft, Software, Softwareüberlassung, Urheberrecht, Vertriebsweg

Zum Inhalt

Softwarepiraterie ist besonders für die Hersteller von Massensoftware ein großes wirtschaftliches Problem. Seit langem ist die Softwareindustrie bestrebt, ihre Produkte vor unerlaubter Nutzung zu schützen. Aktuell versucht sie dies durch Produktaktivierungs- und Registrierungsmechanismen. Zur Aktivierung muss der Anwender den Hersteller bei der Installation um Freischaltung der Software „bitten“. Dabei wird die Software an die Hardware gekoppelt. Bei der Registrierung verlangt der Hersteller die Übermittlung persönlicher Daten.

Ohne Durchführung dieser Authentifizierungsmaßnahmen kann die Software nicht genutzt werden. Die Programmsperre betrifft jeden Nutzer gleichermaßen, also auch berechtigte Anwender, die Eigentümer der Software sind und an sich mit ihr – ohne Mitwirkung des Herstellers – nach Belieben verfahren könnten.

Dennoch haben sich Rechtsprechung und Wissenschaft noch nicht intensiv mit der Fragestellung auseinandergesetzt. Der Autor versucht, diese Lücke zu schließen. Dabei beschränkt er sich bewusst auf die zivilrechtlichen Aspekte und konzentriert sich auf das Urheber- und Vertragsrecht unter besonderer Berücksichtigung des Rechts der Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Die Untersuchung klärt die technischen Zusammenhänge und zeigt letztlich, dass die aktuell von den Softwareherstellern verwandten Aktivierungs- und Registrierungsmaßnahmen einer rechtlichen Prüfung nicht standhalten.

Auf Basis der geltenden Gesetzeslage weist der Verfasser abschließend einen Weg zur Umsetzung eines effektiven Schutzes von Massensoftware, der sowohl die Interessen der Softwareindustrie angemessen berücksichtigt als auch die Rechte der Nutzer nicht über Gebühr belastet. Damit wendet er sich zugleich an Rechtswissenschaft und Praxis und gibt wichtige Impulse zur Gestaltung „haltbarer“ Lizenzbedingungen.



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