Doktorarbeit: Die peripterale Tholos in der Geschichte der römischen Architektur

Die peripterale Tholos in der Geschichte der römischen Architektur

ANTIQUITATES – Archäologische Forschungsergebnisse, Band 51

Hamburg 2010, 380 Seiten
ISBN 978-3-8300-4857-2

Rezension

Mise en perspective par le classement chronologique des bâtiments et la référence aux précurseurs grecs (voir le tableau p. 225), cette approche systématique rigoureuse a le mérite d’offrir de nombreux points de comparaison objectifs que l’auteur 100 Archäologische Berichte analyse en synthèse dans sa conclusion. Il en ressort non seulement une appréciation nuancée de la typologie de la tholos périptère dans le monde romain, mais aussi une vue d’ensemble fort utile, grâce à la pertinence de l’analyse minutieuse des vestiges, laquelle aide le lecteur à mieux comprendre la signification et le rôle du bâtiment dans la cité. De plus, l’iconographie apportée par l’auteur est abondante et suffit, en dépit des dimensions réduites des images, à bien illustrer son propos.

Jean-Robert Gisler, in:
Museum Helveticum, Jg. 68 (2011), H. 1

Altertum, Archäologie, Architektur, Bauforschung, Baugeschichte, Bautypus, Kaiserzeit, Peripteros, Republik, Römische Architektur, Rom, Rundtempel, Tholos

Zum Inhalt

In der Studie über die peripterale Tholos in der Geschichte der römischen Architektur arbeitet die Verfasserin ein Thema auf, das zu den seit langem angemahnten Desideraten der baugeschichtlichen Forschung gehört. Obwohl das Motiv des runden Grundrisses in einer langen Tradition in der antiken Architekturgeschichte steht, sind die formale Gestaltung sowie funktionale und geschichtliche Bedeutung der peripteralen Tholos noch immer zu großen Teilen unbekannt.

Die Grundstruktur des Bautypus wird durch die zwei konzentrischen Kreise der Cella und der sie umgebenden Säulenhalle definiert. Dies macht die peripterale Tholos zu einem außergewöhnlich konsequenten Zentralbau. Gleichzeitig birgt diese Struktur bereits in sich Konflikte, insbesondere durch die grundsätzliche Unvereinbarkeit eines auf den Mittelpunkt bezogenen Kreisideals mit einer konkurrierenden Richtungsachse, die durch den Eingang markiert wird. Zudem bedingt die Art des Bautypus eine möglichst frei stehende Anordnung als Solitärbau und ist daher meist auf besondere städtebauliche Situationen bezogen.

In der Studie wurde das baugeschichtlich-archäologische Material zum ersten Mal grundsätzlich vollständig gesammelt, nach dem Stand der Wissenschaft aufgearbeitet und plausibel erklärt. Darüber hinaus machte die Verfasserin es sich zur Aufgabe, nach dem typologischen und geschichtlichen Stellenwert, der Einordnung in das stadträumliche Gefüge sowie nach Anlass und Bedeutung der Bauten zu fragen.

Es kristallisierte sich heraus, dass der Bautypus über einen Zeitraum von ungefähr vier Jahrhunderten hinweg zu den besonders prominenten Bauaufgaben der Hauptstadt des römischen Imperiums gehörte, gleichzeitig wohl aber auch Einfluss auf die Architekturgeschichte des ganzen Reiches nahm. Dabei mag diese Bauaufgabe zu jenen Themen gehört haben, mit denen das zur ersten Weltmacht aufstrebende Rom einen konkurrenzfähigen kulturellen Anschluss an die eroberten Gebiete Griechenlands und Kleinasiens suchte.

So geht das Buch über die peripterale Tholos in der Geschichte der römischen Architektur über die reine baugeschichtliche Betrachtung hinaus. Vielmehr untersucht die Verfasserin die Bauten in ihrem jeweiligen kulturhistorischen Kontext und macht so anhand der Bauaufgabe aufmerksam auf einen kulturellen Adaptionsprozess, dessen Bedeutung weit über die Tholos selbst hinausweist.



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