Dissertation: Selbstbestimmtes Lernen im naturwissenschaftlichen Unterricht

Selbstbestimmtes Lernen im naturwissenschaftlichen Unterricht

Eine empirische Interventionsstudie

Didaktik in Forschung und Praxis, Band 50

Hamburg 2010, 334 Seiten
ISBN 978-3-8300-4852-7 (Print/eBook)

Edward L. Deci, Empirische Interventionsstudie, Energie, Energiebegriff, Lehr-Lernforschung, Motivation, Naturwissenschaft, Naturwissenschaftlicher Unterricht, Pädagogik, Pädagogische Psychologie, Physikdidaktik, Richard M. Ryan, Schule, Schulpädagogik, Sekundarstufe I, Selbstbestimmtes Lernen, Unterrichtskonzepte, Unterrichtsmethoden

Zum Inhalt

Lernen ist ein komplexes Geschehen, bei dem längst nicht nur kognitive Faktoren eine Rolle spielen. Vielmehr wurde in den letzten Jahren durch Studien bestätigt, dass auch soziale, emotionale und motivationale Prozesse schulisches Lernen entscheidend beeinflussen.

Die Theorie des selbstbestimmten Lernens nach Deci und Ryan (1993, 2000) stellt drei grundlegende Bedürfnisse in den Mittelpunkt: Menschen möchten sich als kompetent erleben, autonom sein und sich sozial eingebunden fühlen. Rahmenbedingungen, die diesen Bedürfnissen Rechnung tragen, erleichtern das Auftreten intrinsischer Motivation. Es wird davon ausgegangen, dass eine auf Selbstbestimmung beruhende Lernmotivation positive Wirkungen auf die Qualität von Lernen hat (zum Beispiel bezüglich der Lernleistung und der Nachhaltigkeit des Lernens).

Mit dieser Untersuchung wurde primär der Frage nachgegangen, ob sich selbstbestimmtes Lernen im naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe I gezielt fördern lässt. Hierzu wurden Unterrichtseinheiten zu den Themen Elektrizität und Energie mit umfangreichen Schüler- und Lehrerarbeitsmaterialien entwickelt, die den Schülern das Erleben von Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit ermöglichen sollen. Das didaktisch-methodische Konzept umfasst einerseits offene und handlungsorientierte Unterrichtsformen, Schülerexperimente, differenzierte Problemlöseaufgaben sowie verschiedene kooperative Lernformen. Andererseits wurden Erkenntnisse der fachdidaktischen Forschung wie die Bedeutung von Schülervorstellungen und Lernschwierigkeiten bezüglich des naturwissenschaftlichen Energiebegriffs berücksichtigt.

Die Studie folgt einem Treatment-Kontrollgruppen-Design. Acht Lehrer haben die speziell zur Förderung selbstbestimmten Lernens entwickelten Konzepte in ihrem Unterricht umgesetzt, sieben weitere Lehrer unterrichteten die gleichen Inhalte in ihrer jeweils gewohnten Weise. Die Rahmenbedingungen hinsichtlich der fachlichen Lernziele und der Dauer der Unterrichtseinheiten wurden konstant gehalten. Zur Evaluation des Unterrichtsprojekts kamen fachliche Leistungstests (Vortest, Klassenarbeit, Behaltenstest), Fragebögen zu pädagogisch-psychologischen Konstrukten und Lehrerfeedbackbögen zum Einsatz. Detaillierte Auswertungen lassen darauf schließen, dass selbstbestimmtes Lernen im naturwissenschaftlichen Unterricht sehr wohl gefördert werden kann, dies in der Hauptschule aber deutlich besser gelungen ist als in der Realschule.



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