Doktorarbeit: Die Auswirkungen von Gewebegesetz und Gendiagnostikgesetz auf die biomedizinische Forschung

Die Auswirkungen von Gewebegesetz und Gendiagnostikgesetz auf die biomedizinische Forschung

Biobanken, Körpermaterialien, Gendiagnostik und Gendoping

Finance, Insurance & Law, Band 3

Hamburg 2010, 310 Seiten
ISBN 978-3-8300-4787-2 (Print/eBook)

Abfall, Bestattungsgesetze, Biobanken, Biomedizin, Biotechnologie, Forschung, Gendiagnostik, Gendiagnostikgesetz, Gewebe, Informed Consent, Menschenwürde, Persönlichkeitsrecht, Rechtswissenschaft

Zum Inhalt

Vor dem Hintergrund der jüngsten Gesetzgebung thematisiert der Autor verschiedene zentrale Fragen der modernen (Bio-) Medizin.

Der deutsche Gesetzgeber hat mit dem in 2008 in Kraft getretenen Gewebegesetz und dem in 2009 erlassenen Gendiagnostikgesetz die gesetzlichen Regelungen verschiedener Bereiche der modernen Medizin wie z. B. der Transplantation, der Transfusion und die Gendiagnostik einschneidenden Reformen unterzogen bzw. erstmals einer gesetzlichen Regelung unterworfen. Entgegen vielfältiger Kritik wurde die medizinische Forschung aus dem Anwendungsbereich dieser Gesetze indes weitestgehend ausgeschlossen. Der Autor weist nach, dass sowohl das Gewebegesetz als auch das Gendiagnostikgesetz gleichwohl erhebliche mittelbare Auswirkungen auf die (bio-) medizinische Forschung und andere Bereiche, wie z. B. das Gendoping, haben bzw. haben werden. Im Mittelpunkt des Werkes steht dabei die Untersuchung der konkreten Auswirkung der beiden Gesetze auf Biobanken, die Gewinnung und Weiterverwendung von Körpermaterialien zu Forschungszwecken, die Gendiagnostik und das Gendoping.

Nach einer ausführlichen Untersuchung der Rechtsfragen abgetrennter Körperteile, weist der Verfasser nach, welche Bedeutung sowohl das Abfallgesetz als auch die Bestattungsgesetze der Länder bei der Frage der Weiterverwendung von Körpermaterialien zu Forschungszwecken haben. Ein Ansatz, der in dieser Form in der einschlägigen Fachliteratur nicht zu finden ist. Der Autor begründet danach in überzeugender Weise, dass im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung die Weiterverwendung von Körpermaterialien ohne Zustimmung des Patienten zulässig ist. Die Patientenrechte, insbesondere den Schutz des informationellen Selbstbestimmungsrechts des Patienten, sieht der Autor gleichwohl durch die bestehenden Gesetze gewahrt und begründet, warum weitere spezialgesetzliche Regelungen zu deren Schutz nicht zwingend notwendig sind.

Das Werk gehört zu den ersten, welche die Regelungen des Gendiagnostikgesetzes und ihre Auswirkungen in der Praxis untersuchen. Zugleich werden verschiedene Mängel dieses Gesetzes aufgezeigt. Insbesondere wird nach einer ausführlichen Untersuchung der rechtlichen Aspekte des Gendoping dargestellt, welches Hindernis das Gendiagnostikgesetz bei der Bekämpfung des Gendoping bedeutet.

Das Buch vermittelt neue juristische Denk- und Argumentationsansätze zu den behandelten Fragen der Biomedizin. Insgesamt ist es ein interessantes, vielschichtiges Werk, welches für alle, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen, ob Jurist oder Nicht-Jurist, von Interesse sein dürfte.



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