Dissertation: Implementierung des industriellen Beschaffungsprozesses in Emerging Markets

Implementierung des industriellen Beschaffungsprozesses in Emerging Markets

Empirische Befunde zur Identifikation von Erfolgsfaktoren und Barrieren bei Beschaffungsaktivitäten deutschsprachiger Maschinen- und Anlagenbauunternehmen in China, Brasilien und der Türkei

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 250

Hamburg 2010, 442 Seiten
ISBN 978-3-8300-4784-1

Anlagenbau, Beschaffung, Beschaffungsmanagement, Betriebswirtschaftslehre, Brasilien, China, Einkauf, Emerging Markets, Empirische Forschung, Fallstudienforschung, Global Sourcing, Maschinenbau, Prinzipal-Agenten-Theorie, Qualitative Forschung, Transaktionskostentheorie, Türkei, Wissenstransfer, Zulieferbeziehung

Zum Inhalt

Ziel der Untersuchung ist es, relevante Erfolgstreiber und Barrieren bei der Implementierung des industriellen Beschaffungsprozesses in Emerging Markets zu identifizieren und – auf Basis eines anwendungsorientierten Wissenschaftsverständnisses – Gestaltungsempfehlungen zur effizienten Umsetzung beschaffungsprozessualer Aktivitäten abzuleiten.

Gestützt auf einen theoretischen Bezugsrahmen wird dabei am Beispiel des beschaffungsbezogenen Vorgehens deutschsprachiger Maschinen- und Anlagenbauunternehmen in den Emerging Markets China, Brasilien und Türkei eine empirische Untersuchung der Implementierung des industriellen Beschaffungsprozesses durchgeführt. Die so generierten Primärforschungsergebnisse werden dann einer theoretisch fundierten Analyse unterzogen. So werden mit Hilfe der Agency-Theorie insbesondere Verhaltensunsicherheiten zwischen Maschinen- und Anlagenbauern und ihren Lieferanten bei der Beschaffungsprozessimplementierung untersucht. Daneben dienen Erkenntnisse des Knowledge Based View dazu, den Wissenstransfer zwischen den Prozessbeteiligten eingehend zu analysieren. Die Transaktionskostentheorie schließlich ermöglicht eine nähere Betrachtung von Transaktionsunsicherheiten sowie opportunistischem Verhalten und Vertrauen in Beziehungen zwischen Abnehmern und Lieferanten.

Insgesamt ergeben die 83 Experteninterviews hinsichtlich der Implementierung des Beschaffungsprozesses landesunabhängig zahlreiche ähnliche oder gar identische Barrieren und Erfolgstreiber in Brasilien, China und der Türkei. Auffällig ist dabei neben bestimmten Einflüssen aus dem generellen Umfeld, die in allen drei Emerging Markets gleichermaßen vorliegen, auch die weitgehende Homogenität von Unsicherheiten im branchenspezifischen Umfeld. Während in beschaffungsstrategischer und auch beschaffungsorganisatorischer Hinsicht in allen drei Emerging Markets weitgehend gleiche Implementierungstreiber und –barrieren erkennbar sind, ergeben sich bei den prozessrealisierenden Aktivitäten mitunter spürbare Unterschiede. So sind Verhaltens- und Transaktionsunsicherheiten zwar in allen drei Ländern wahrnehmbar, allerdings ist deren Intensität in China nachweislich stärker ausgeprägt als in Brasilien und der Türkei. Wissenstransferprobleme lassen sich ebenfalls in allen drei Ländern feststellen und weisen dabei eine weitgehende landesunabhängige Übereinstimmung auf.

Letztlich gehen die meisten identifizierten Implementierungsbarrieren auf einige zentrale Charakteristika von Emerging Markets, nämlich die im Vergleich zu Industrieländern deutlich höhere Dynamik und Unsicherheit im generellen und aufgabenspezifischen Umfeld der Unternehmen, zurück. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden in dem Buch verschiedene Gestaltungsempfehlungen zur Implementierung des industriellen Beschaffungsprozesses in Emerging Markets abgeleitet.



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