Doktorarbeit: Analyse und Bewertung staatlicher Eingriffe zur Regelung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel aus Sicht der Konsumenten

Analyse und Bewertung staatlicher Eingriffe zur Regelung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel aus Sicht der Konsumenten

Studien zum Konsumentenverhalten, Band 28

Hamburg 2009, 262 Seiten
ISBN 978-3-8300-4749-0 (Print/eBook)

Betriebswirtschaftslehre, Discrete-Choice-Analyse, Health Claims, Informationsökonomik, Konsumentenforschung, Konsumentenverhalten, Konsumentenwahrnehmung, Lebensmittelwerbung, Marktforschung, Nutrition Claims, Ökonomik, Staatliche Eingriffe, Verbraucherirreführung

Zum Inhalt

Zur Verhinderung der Irreführung von Verbrauchern und zur Harmonisierung des europäischen Rechts wurde im Dezember 2006 die Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 zur Regelung nährwert- und gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel erlassen. Vor diesem Hintergrund erfolgt eine Analyse des Irreführungspotenzials dieser Angaben. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit einer staatlichen Regelung zur Verwendung der Health und Nutrition Claims innerhalb eines theoretischen und empirischen Rahmens untersucht.

Die theoretische Analyse zeigt, dass nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben Effekte auf dem Informationsmarkt induzieren können. Ob diese Wirkungen positiv oder negativ sind, hängt von der Richtigkeit der Claims sowie von ihrer Wahrnehmung und Verarbeitung durch die Konsumenten ab. Da die Selbstregulierungskräfte des Marktes Marktversagen infolge irreführender Angaben nicht grundsätzlich verhindern können, erscheint die Notwendigkeit eines staatlichen Eingriffs gegeben.

Die Ergebnisse standardisierter Konsumentenbefragungen zeigen, dass Claims für einen Großteil der Konsumenten bei der Lebensmittelwahl von Relevanz sind. Gleichzeitig offenbart sich jedoch auch bei dem überwiegenden Teil der Konsumenten ein mangelndes Vertrauen in diese Herstellerangaben. Hieraus leitet sich die Forderung der Mehrheit der Verbraucher nach einer umfassenden wissenschaftlichen Substantiierung der Angaben ab. Dies bestätigen auch die Ergebnisse einer Discrete-Choice-Analyse am Produktbeispiel Pasta. Im Hinblick auf den Einfluss von Claims auf die Produktwahrnehmung zeigt sich ein sehr differenziertes Bild. Während ein Teil der Konsumenten das Gefühl hat zum Beispiel durch Claims über Produkte mit einem negativen Nährwertprofil wie Süßigkeiten irregeführt zu werden, geben andere an, dass entsprechende Angaben ihnen helfen, eine bessere Wahl zu treffen. Die große Mehrheit der Konsumenten spricht sich dabei gegen ein Verbot der Verwendung von Claims auf Lebensmitteln wie Bonbons und Speisesalz aus.



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