Dissertation: Bildungsstandards im Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur

Bildungsstandards im Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur

Auswirkungen auf Unterrichtspraxis und Leistungsmessung an Grundschulen unter besonderer Berücksichtigung des naturwissenschaftlichen Lehrens und Lernens

EUB. Erziehung – Unterricht – Bildung, Band 143

Hamburg 2009, 696 Seiten
ISBN 978-3-8300-4528-1 (Print/eBook)

Bildungsplanreform in Baden-Württemberg, Bildungsstandards, Empirische Studie, Grundschule, Implementation von Innovationen im Schulsystem, Kompetenzorientierter Unterricht, Lehrerbefragung, Leistungsmessung, Naturwissenschaftlicher Unterricht, Pädagogik, Unterrichtspraxis, Veränderte Aufgabenkultur

Zum Inhalt

Mit dem Schuljahr 2004/2005 wurden in Baden-Württemberg für das allgemeinbildende Schulsystem Bildungsstandards eingeführt. Diese lösen die stark inhaltsorientierten Lehrpläne von 1994 ab und definieren verbindliche Kompetenzen, über die die Schülerinnen und Schüler am Ende bestimmter Jahrgangsstufen – in der Grundschule am Ende von Klasse 2 und Klasse 4 – verfügen müssen. Von einer input-orientierten wird somit zu einer output-orientierten Steuerung übergegangen. Mit der Einführung von Bildungsstandards sind weitreichende Erwartungen auf eine positive Veränderung des Unterrichts und damit auch der Lernergebnisse verbunden. Vor allem tritt der Anwendungsbezug des Gelerntem im Sinne des „Literacy-Konzepts“ in den Mittelpunkt.

Die Implementationsforschung zeigt allerdings, dass schulische Innovationen oftmals von den betroffenen Lehrkräften kaum akzeptiert und in der Praxis umgesetzt werden. In dem in diesem Buch vorgestellten Forschungsprojekt wurden daher die schulpraktischen Auswirkungen der baden-württembergischen Bildungsstandards auf Unterrichtspraxis und Leistungsmessung im Fächerverbund „Mensch, Natur und Kultur“ der Grundschule erhoben. Der Fokus lag hierbei auf dem naturwissenschaftlichen Lehren und Lernen.

So erhebt der baden-württembergische Bildungsplan 2004 den Anspruch, vor allem den naturwissenschaftlichen Anteil des Fächerverbunds „Mensch, Natur und Kultur“ zu stärken. Angesprochen wird hier eine naturwissenschaftliche Grundbildung der Schüler im Sinne von „Scientific Literacy“.

Im Rahmen eines innovativen Forschungsdesigns wurde zum einen eine repräsentative Stichprobe von Lehrkräften mittels eines auf den Forschungsgegenstand zugeschnittenen und neu entwickelten Fragebogens befragt. Zudem wurde im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse eine Analyse von Aufgaben mit naturwissenschaftlichen Inhalten in Klassenarbeiten durchgeführt.

Das Buch zeigt somit auch auf, wie forschungsmethodisch fundiert und zugleich pragmatisch-anwendungsorientiert ein Fragebogen entwickelt, unter statistischen Kriterien geprüft und in einem Forschungsprojekt eingesetzt werden kann. Zudem wird auch die Vorgehensweise einer qualitativen Inhaltsanalyse ausführlich dargestellt und in der Praxis umgesetzt. Die Darstellung differenzierter und teilweise auch unkonventionellerer statistischer Verfahren der Datenauswertung, wie beispielsweise die Latente Klassenanalyse, runden den forschungsmethodischen Teil ab.

Die Ergebnisse der empirischen Studie zeigen, dass einige Komponenten der kompetenzorientierten Bildungsstandards für den Fächerverbund „Mensch, Natur und Kultur“ in Baden-Württemberg bereits in der Unterrichtspraxis der Lehrkräfte verankert zu sein scheinen. Hingegen werden auch Ansatzpunkte deutlich, hinsichtlich derer Maßnahmen eingesetzt werden sollten, um eine Implementation weiter voranzutreiben.



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