Doktorarbeit: Verarmungsrisiken im Wandel

Verarmungsrisiken im Wandel

Analyse des Einflusses gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedingungen auf die Beantragung von Sozialhilfe

SOCIALIA – Studienreihe soziologische Forschungsergebnisse, Band 103

Hamburg 2009, 444 Seiten
ISBN 978-3-8300-4383-6 (Print/eBook)

Rezension

[...] Die Arbeit bietet einen guten Überblick über gängige Vorstellungen zu Armutsfaktoren und Ansatzpunkte für die Diskussion von Hilfestrategien. [...]

Das Buch empfiehlt sich für Leser, die daran interessiert sind die Armutsdiskussion auf empirische Grundlagen zu stellen, die selber Untersuchungen planen oder die konzeptionelle Verantwortung für Maßnahmen tragen, die Armutsrisiken entgegen wirken sollen. [...]

Wilfried Hosemann, in:
socialnet Rezensionen, 19.04.2010

Arbeitsmarkt, Gesellschaftliche Trends, Grundsicherung, Relative Armut, Sozialhilfe, Soziologie, Verarmungsrisiken, Verwaltungsmanagement, Wirtschaftliche Trends, Wohlfahrtsstaat, Working Poor

Zum Inhalt

Die Zahl der von relativer Armut bedrohten Personen in westlichen Industriestaaten ist im Zeitverlauf gestiegen. Die Gründe der Armutsgefährdung werden in dieser Arbeit aus gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und wohlfahrtsstaatlicher Sicht beleuchtet.

Als verstärkt armutsgefährdet gelten der Theorie zufolge Arbeitslose, prekär Beschäftigte, Personen mit niedriger Bildung und Berufsqualifikation, pflegebedürftige ältere und kranke Personen, Alleinerziehende, Geschiedene, MigrantInnen und Frauen.

Im empirischen Teil der Dissertation werden die theoretischen Befunde der Makroebene von Wirtschaft und Gesellschaft auf der Mikroebene der Klientel eines regionalen österreichischen Sozialamtes geprüft. Ein Datensatz von 600 Sozialhilfeanträgen aus den Jahren 1987, 1995 und 2005 wird im Querschnitt analysiert. Es bilden sich 7 Cluster der Armutsgefährdung heraus: Alleinerzierherinnen, Arbeitslose, Familien mit Kindern, Männer mit Unterhaltsverpflichtungen, Geschiedene, Kranke und Pflegebedürftige.

Sowohl theoretische als auch empirische Befunde zeigen, dass sich immer mehr „neue Arme“ – Personen, die von Normalfamilien- und Normalerwerbsverhältnissen abweichen – unter den AntragstellerInnen auf Sozialhilfe befinden und diese im Vergleich zur Bevölkerung überrepräsentiert sind.

Da die Sozialhilfe als Überbrückungshilfe gedacht ist, kann sie dem gestiegenen Bedarf an sozialstaatlicher Unterstützung nicht mehr Rechnung tragen. Anzahl und Struktur der Armutsgefährdeten stellen den Wohlfahrtsstaat vor neue große Herausforderungen. Die Umstrukturierung des sozialen Sicherungssystems zugunsten einer Grundsicherung ist daher notwendig geworden.



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