Doktorarbeit: Die Finanzierung von Kapitalgesellschaften im steuerrechtlichen Kontext

Die Finanzierung von Kapitalgesellschaften im steuerrechtlichen Kontext

Steuerrecht in Forschung und Praxis, Band 48

Hamburg 2009, 526 Seiten
ISBN 978-3-8300-4377-5 (Print/eBook)

Betriebswirtschaftslehre, Europarecht, Finanzierung, Gesellschafterfremdfinanzierung, Rechtswissenschaft, Steuerbelastung, Steuerrecht, Verfassungsrecht, Zinsschranke

Zum Inhalt

Der Einfluss der Besteuerung auf die Finanzierungsentscheidungen von Kapitalgesellschaften ist seit gut 40 Jahren Untersuchungsgegenstand von Steuerlehre und Finanzierungstheorie. Die Finanzierung kann grundsätzlich durch die Gesellschafter in Form von Eigen- bzw. Fremdkapital, aber auch durch fremde Dritte erfolgen. In den Wirtschaftswissenschaften ist das Finanzierungsverhalten der Gesellschaft bzw. der Gesellschafter sowie der externen Kapitalgeber ein Ansatzpunkt von Bilanzstruktur- und Kapitalstrukturmodellen. Untersuchungen zur Finanzierung von Kapitalgesellschaften mit steuerlichem Schwerpunkt orientieren sich dagegen häufig an konkreten Systemen gegebener Regularien.

Die steuerliche Behandlung der Gesellschafterfremdfinanzierung wurde bisher durch die bis zum 31. Dezember 2007 in Kraft befindliche Vorschrift des § 8a Körperschaftsteuergesetz geregelt. Wesentlicher Gegenstand dieser Studie ist die Analyse der ökonomischen Wirkungen der Vorschrift. Als Ausgangspunkt der Untersuchungen stellt die Verfasserin, vor dem Hintergrund eines theoretischen Bezugsrahmens der Gesellschafterfremdfinanzierung, zunächst die Tatbestände und Rechtsfolgen der Regelung dar. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Anreizwirkungen der Norm eingegangen. Darüber hinaus wird untersucht, inwieweit die Regelung den europarechtlichen und verfassungsrechtlichen Anforderungen genügt.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Untersuchung alternativer Möglichkeiten der steuerlichen Behandlung der Fremdfinanzierung von Kapitalgesellschaften. Zu diesem Zweck erfolgt eine Darstellung und Analyse der Regelungen zur sogenannten Zinsschranke, die mit Wirkung vom 1. Januar 2008 den bisherigen § 8a Körperschaftsteuergesetz ersetzt, sowie der „earning-stripping-rules“ des US-amerikanischen Steuerrechts. In diesem Zusammenhang stellt die Verfasserin ausgewählte Aspekte der Alternativregelungen und der bis zum 31. Dezember 2007 geltenden Vorschrift zur Gesellschafterfremdfinanzierung vergleichend gegenüber.

Die Analysen zeigen, dass auch die alternativen Lösungskonzepte dem befürchteten Verlust von Besteuerungssubstrat nur bedingt entgegenwirken können. Allerdings ist der Anwendungsbereich der Zinsschranke wesentlich weiter als der der übrigen, in den Vergleich einbezogenen Normen. Die Kritikpunkte zur Altregelung der Gesellschafterfremdfinanzierung wurden durch die Zinsschranke zwar teilweise beseitigt, es verbleiben aber auch im Rahmen der neuen Vorschrift Unklarheiten und Anwendungsschwierigkeiten. Ebenso kritisch ist das Verhältnis der vorgenannten Norm zu Verfassungs- und Europarecht.



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