Dissertation: Business Angels, Startups und Vertrauen

Business Angels, Startups und Vertrauen

Eine theoretische Betrachtung aus interaktionsökonomischer Perspektive

Schriftenreihe innovative betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, Band 235

Hamburg 2009, 258 Seiten
ISBN 978-3-8300-4282-2 (Print/eBook)

Betriebswirtschaftslehre, Business Angel, Commitment, Fremdkapital, Junge Technologieunternehmen, Reputation, Shared Mental Models, Startups, Unternehmensfinanzierung, Vertrauen

Zum Inhalt

Startups oder „Junge Technologieunternehmen“ sind für eine Volkswirtschaft, insbesondere aufgrund ihres enormen Wachstumspotenzials und der durch sie geschaffenen neuen Arbeitsplätze, von fundamentaler Bedeutung.

Zwei Merkmale, welche die frühe Lebensphase der JTU charakterisieren, sind das hohe Risiko des wirtschaftlichen Erfolges und die sich aus diesem Risiko ergebende Art der Unternehmensfinanzierung. So scheidet Fremdkapital meist aus und nur die Finanzierung durch Eigenkapital bleibt als Möglichkeit bestehen. Das Problem besteht darin, dass nur sehr wenige Eigenkapital-Investments zustande kommen, jene aber notwendig wären um junge Technologieunternehmen – insbesondere in frühen Lebensphasen – mit Liquidität zu versorgen.

Mögliche Eigenkapital-Investoren sind Business Angels, vermögende Privatpersonen, die sich in frühen Lebensphasen an den JTU beteiligen und neben Kapital i.d.R. auch Knowhow und Kontakte zur Verfügung stellen. In der Praxis als auch in empirischen Untersuchungen zeigt sich jedoch, dass die Kooperation zwischen Business Angels und Gründern immer wieder scheitert. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Zweifel an der Kompetenz der Gründer, unterschiedliche Einschätzungen bezüglich des Marktpotenzials und mangelndes Vertrauen werden als häufige Abbruchgründe der Kooperationsverhandlungen genannt.

Die Studie soll einen Beitrag dazu leisten, den abstrakten Begriff „Vertrauen“, in der spezifischen Beziehung zwischen Business Angels und Gründern besser zu verstehen und greifbar zu machen. Das Ergebnis ist die Herausarbeitung von drei grundlegenden Faktoren der Vertrauensbildung: Commitment, Reputation und Shared Mental Models. Alle drei Faktoren tragen dazu bei, einerseits eine Erwartung aufzubauen, welche die Grundlage dafür ist, dass die Akteure einander vertrauen. Andererseits sind mit ihnen solche Anreize verbunden, die es für den Vertrauensnehmer vernünftig erscheinen lassen, das in ihn gesetzte Vertrauen auch zu honorieren.

Der Verfasser illustriert anschaulich, wie die drei Faktoren konkret zur Geltung kommen. Auf diese Weise gelingt es, Vertrauen systematischen Betrachtungen zugänglich und zugleich für praktische Orientierungen greifbar werden zu lassen. Die Studie zeigt, dass Vertrauen ein Kapital ist, welches Investitionen erfordert, sie aber auch - insbesondere in Zeiten, die von Unsicherheit und Risiko geprägt sind - lohnenswert sein lässt.



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