Dissertation: Die Wittelsbacher Stiftung »Domus Gregoriana« zu München

Die Wittelsbacher Stiftung »Domus Gregoriana« zu München

Institutions- und Sozialgeschichte eines Kurfürstlichen Seminars seit Aufhebung des Jesuitenordens 1773 bis 1806 Festschrift des Studienseminars Albertinum zum 75. Geburtstag S.K.H. Herzog Franz von Bayern

In zwei Bänden

Studien zur Kirchengeschichte, Band 10

Hamburg 2009, 952 Seiten
ISBN 978-3-8300-4152-8 (Print/eBook)

18. Jahrhundert, Augustiner-Chorherren, Bayerische Akademie der Wissenschaften, Bayerisches Bildungswesen, Benediktiner, Damenstiftskirche, Deutscher Messgesang, Domus Gregoriana, Ex-Jesuiten, Herzogspital, Jesuiten, Katholische Aufklärung, Kirchengeschichte, Knabenseminar, Kurfürstentum Bayern, Kurfürstliches Seminar, Philanthropismus, Prälatenorden, Prämonstratenser-Chorherren, Säkularisation, schichtenneutrale Elitenförderung, Schulreform, Seminarikindl, Seminarkirche, Singknaben, St. Michael-Hofkirche, Theologie, Wilhelmsgymnasium München, Zisterzienser

Zum Inhalt

Das im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts durch die bayerischen Herzöge Albrecht V. und Wilhelm V. in München gestiftete Seminar „Domus Gregoriana“ war bis 1773 eine Einrichtung des Jesuitenkollegs. Nach der päpstlichen Aufhebung der Gesellschaft Jesu wurde eine der ältesten pädagogischen Einrichtungen der Haupt- und Residenzstadt als Kurfürstliches Seminar weitergeführt und zunächst von Exjesuiten geleitet.

Mit der Übergabe des bayerischen Bildungswesens an die Prälatenorden 1781 übernahmen die Augustiner-Chorherren und ab 1794 die Benediktiner die Leitung des Internats. Dabei verfolgten sie – wie schon zuvor die Jesuiten – das Ziel einer schichtenneutralen Elitenförderung. Zahlreichen begabten Knaben aus bescheidenen Verhältnissen wurde durch den Besuch des Seminars die Möglichkeit gegeben, an der höheren Bildung teilzuhaben. Einige von ihnen konnten einen sozialen Aufstieg bis in höchste kirchliche und staatliche Ämter erreichen.

Das Werk beschreibt die Wirksamkeit der Prälatenorden im bayerischen Bildungs- und Erziehungsbereich am Vorabend der Säkularisation. Mit der Aufhebung der Orden und Klöster 1802/1803 brachen zahlreiche Bildungseinrichtungen weg, was zu einem Bildungsdefizit unter Katholiken bis weit ins 19. Jahrhundert führte.

Obwohl auch die Auflösung der „Domus Gregoriana“ im Raum stand, konnte das Internat die Wirren der Zeit überdauern. Mit der Entscheidung zum Neubau des „Königlichen Erziehungsinstituts für Studierende“ begann 1806 eine neue Ära. Die Wittelsbacher Stiftung besteht als „Studienseminar Albertinum“ bis heute.

Neben der religiösen Erziehung und der wissenschaftlichen Förderung wurde vor allem auf die musikalische Ausbildung großer Wert gelegt. Bekannte Musiker erhielten hier ihre erste musikalische Ausbildung, wie Rochus Dedler, der die Musik zum Oberammergauer Passionsspiel komponierte, oder Kaspar Ett, der als Begründer des Cäcilianismus in Deutschland bekannt wurde.

Ein alphabetisch geordnetes Namensregister von 1174 ermittelten Seminaristen des Zeitraums von 1773 bis 1806 gibt Informationen über die soziale Herkunft, die Aufenthaltsdauer und den Lebensweg.



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