Dissertation: Spuren türkischer Kultur in Texten für die Primarstufe

Spuren türkischer Kultur in Texten für die Primarstufe

Eine Untersuchung zu sprachlichen und kulturhistorischen Hintergründen für den Unterricht in multinationalen Klassen

Studien zur Schulpädagogik, Band 61

Hamburg 2008, 414 Seiten
ISBN 978-3-8300-4048-4 (Print/eBook)

Grundschule, Interkulturalität, Interkulturelle Bildung, Islam, Lesebücher, Literaturdidaktik, Literaturunterricht, Migration, Multinationale Klassen, Pädagogik, Schulpädagogik, Türkische Kultur, Türkische Sprache, Türkische Volksliteratur

Zum Inhalt

In diesem Buch wird interkulturelle Bildung und Erziehung, die besonders seit den neunziger Jahren in den Lehrplänen als Unterrichtsziel festgelegt ist, auf die Thematisierung „Türkische Migranten und ihre Kultur“ bezogen. Texte aus Grundschullesebüchern aus dem Zeitraum zwischen 1963 und 2005 bilden das Arbeitsmaterial für die Untersuchung nach deskriptiv-analytischer, ethno-soziologischer und hermeneutischer Methode für die Textanalyse. Textauszüge aus der orientalischen Märchenwelt, spezielle anatolische Erzählungen sowie auch Kurzgeschichten bilden einen vertieften Einblick in die Bild- und Symbolwelt türkischer Kultur.

Die Untersuchung setzt sich aus vier Kernbereichen zusammen. Zunächst wird der Frage nach kulturhistorischen Gegebenheiten nachgegangen, die sowohl dem Verständnis eines türkischen Kulturbildes als auch deutsch-türkischen Kontaktebenen in Vergangenheit und Gegenwart dienen. Auf die daran anschließende Untersuchung von Grundschullesebüchern folgt die Auseinandersetzung mit türkischer Volksliteratur. Methodologisch wird hier auf Typologie und Motivik sowie auch auf sprachliche Besonderheiten des Türkischen in den einzelnen Gattungen eingegangen, indem nicht nur gattungsspezifische Merkmale angesprochen, sondern zum Vergleich auch Beispiele aus türkischen Originalversionen herangezogen werden. Dieser gesamte Komplex wird zudem immer im Vergleich zu Gattungsbeispielen aus der deutschen Literatur betrachtet. Der letzte Kernbereich widmet sich Kurz- und Kürzestgeschichten, die in erster Linie die Freundschaft zwischen türkischen und deutschen Kindern bzw. das Einleben türkischer Kinder in die deutsche Gesellschaft thematisieren. Der thematische Kontext ist in diesem Fall geprägt von arbeitsmarktpolitischen Ereignissen und Entwicklungen in Deutschland gegen Ende des 20. Jahrhunderts.

Das Werk versteht sich zum einen als eine Art vertiefter Einführung in die unterschiedlichen kulturellen bzw. religiösen Ausgangslagen, die türkische wie deutsche Kinder und Jugendlichen im schulischen Aufeinandertreffen erfahren. Der Einblick in die wichtigsten Stationen türkisch-deutscher Geschichte bildet zumindest für den Lehrer/die Lehrerin die Basis für das kulturelle Verstehen und das daraus abzuleitende methodischdidaktische Vorgehen bei der Textarbeit. Zum anderen ist das Buch im weitesten Sinne eine „interkulturelle Handreichung“ für den Literaturunterricht in der Grundschule.



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