Doktorarbeit: Sammlungswesen und Bilddokumentation im Bereich des Designs

Sammlungswesen und Bilddokumentation im Bereich des Designs

von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute

Schriften zur Kunstgeschichte, Band 24

Hamburg 2009, 442 Seiten
ISBN 978-3-8300-3989-1

Rezensionen

Die von Kerstin Albrecht im Jahr 2008 an der Universität Trier im Fach Kunstgeschichte vorgelegte Dissertation betritt in vielerlei Hinsicht Neuland und darf neben dem Gewinn für die Designgeschichte auch als ein spannender interdisziplinärer Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte von Kunstwissenschaft und Museologie, aber auch zur Historischen Museologie (daher zur Museumsgeschichte) verstanden werden. [...]

Enrico Hochmuth, in:
Curiositas - Zeitschrift für Museologie und museale Quellenkunde, 14-15 / 2014-2015

Insgesamt bietet die überlegte, fundierte und gut gegliederte Doktorarbeit eine höchst interessante Fallstudie des öffentlichen Sammlungswesens in Deutschland [...].
Die Autorin formuliert zahlreiche Gedankenanstöße für die fachlich interessierte Leserschaft zur Beantwortung der brennend aktuellen Frage, wie sich designorientierte Museen im 21. Jahrhundert weiterentwickeln sollen. [...] diese Studie [...] bietet wertvolle Informationen, gibt Anregungen und definiert Kontroversen.

Brigitte Reuter, in:
AKMB-News, Jg. 16 ( 2010), H. 2, S. 54f.

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Zum Inhalt

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts, im Zuge von zum Teil nationalen Bestrebungen zur Förderung des Handwerks und der Industrie, wurden in Europa Museen, die nicht Werke der freien Kunst, naturwissenschaftliche Sachverhalte oder auch Kuriositäten ausstellten, sondern sich den Objekten des täglichen Bedarfs widmen, gegründet. Sie wollten Vorbild und Wegweiser für gute Formgebung sein. In den bis heute bestehenden Sammlungen stellen sich Fragen der Ordnung, Struktur, Sammlungswürdigkeit und Dokumentation, die sich von denen anderer Museumstypen, insbesondere von Kunstmuseen wesentlich unterscheiden. So ist es nicht nur schwierig zu entscheiden, welche Objekte aus Bereichen wie Geschirr, Möbel, Zierrat, Instrumenten oder Kommunikationsgeräten überhaupt zur Darstellung im Museum ausgewählt werden sollen, auch die grundlegenden Termini zwischen Handwerk, Kunsthandwerk, Kunstgewerbe, Industriedesign oder Design sind verschwommen. Gleichzeitig ve rlangt die zunehmende Digitalisierung der Bestände nach sicheren Schlagwortkatalogen und klarer Einordnung. Zuletzt ergibt sich auch, anders als beispielsweise in der Malerei, eine Reihe neuer Problemstellungen wie etwa die Frage nach dem Original und der Kopie in einer Welt massenproduzierter Designobjekte.

Im Rahmen dieser kunsthistorischen Studie wird an drei Fallstudien das öffentliche Sammlungswesen von Design untersucht: dem GRASSI Museum für Angewandte Kunst in Leipzig, der Neuen Sammlung - Staatliches Museum für angewandte Kunst/Design in München und dem Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung in Berlin. Sie sammeln Objekte zur Alltagskultur im weitesten Sinne. Hinsichtlich ihres Entstehungskontextes und ihrer Ausrichtung unterscheiden sie sich, so dass es der Verfasserin möglich ist, einen Bogen von einem traditionellen Kunstgewerbemuseum, über ein Designmuseum bis hin zu einer Spezialsammlung zu spannen. Im Mittelpunkt der Analyse stehen die Ausdifferenzierung sowie der Vergleich der Sammlungsstrukturen, ausgewählte Bestandskataloge, die Präsentationsräume sowie die Bilddokumentation.

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