Dissertation: Effekte einer psychologischen Intervention auf die körperliche Aktivität

Effekte einer psychologischen Intervention auf die körperliche Aktivität

Vorsatzbildung und volitionale Unterstützung bei Gefäßpatienten

Schriften zur Sportpsychologie, Band 3

Hamburg 2008, 290 Seiten
ISBN 978-3-8300-3882-5

Gefäßerkrankung, Handlungskontrolle, Intervention, Körperliche Aktivität, Psychologie, Sportpsychologie, Sportwissenschaft, Volition, Vorsatz

Zum Inhalt

Die Teilhabe von Menschen mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit am Alltag ist aufgrund der krankheitsbedingten Beschwerden stark eingeschränkt. Insbesondere die Einschränkung der Gehstrecke auf z. T. nur wenige Meter wird von vielen Patienten als sehr belastend empfunden. In speziellen Gefäßsportgruppen wird durch ein moderates lokales Ausdauertraining die Durchblutungssituation in den Extremitäten verbessert. Dieser Effekt kann allerdings nur erfolgen, wenn das Gefäßsporttraining regelmäßig und dauerhaft durchgeführt wird. Gerade diese beiden Voraussetzungen werden aber von einem Großteil der Patienten nicht erfüllt.

Im Fokus der Studie steht die Absicht, die mangelnde Ausnutzung eines Therapieangebots zu verbessern. Trotz der hohen Motivation zur Verhaltensänderung scheitert eine Vielzahl von Patienten in der Umsetzung dieser Intention in ein tatsächlich durchgeführtes Verhalten. Um diese Intentions-Verhaltens-Lücke zu überwinden, wurde eine volitional ausgerichtete Intervention in einem experimentellen Design hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft.

In einer Studie mit drei Messzeitpunkten werden 90 Personen über insgesamt sechs Monate hinsichtlich ihrer Intentionen und Einstellungen zur körperlichen Aktivität, zum aktuellen Aktivitätslevel und dem Ausmaß der volitionalen Konstrukte Ausführungs- und Bewältigungsplanung sowie Handlungskontrolle befragt. Während die Kontrollgruppe das Standardbehandlungsprogramm für pAVK-Patienten durchlief, wurden die Teilnehmer der Experimentalgruppe in der Bildung von Ausführungs- und Bewältigungsplänen durch eine kurze psychologische Intervention unterstützt. Die Erhöhung der Handlungskontrolle wurde durch wöchentliche Erinnerungen an die aufgestellten Pläne über sechs Wochen angestrebt.

Varianzanalytische Überprüfungen bestätigen die Hypothese, dass motivierte pAVK-Patienten von dieser Intervention profitieren. Sowohl die volitionale Kompetenz als auch die tatsächlich durchgeführte körperliche Aktivität unterscheiden sich signifikant von den Werten der Kontrollgruppe. Eine pfadanalytische Betrachtung gibt den besonderen Einfluss der Bewältigungsplanung wieder. Dieses volitionale Konstrukt mediiert den Einfluss der Intention auf das Verhalten komplett und stellt sich auch in anderen Analysen als der einflussreichste Faktor in Bezug auf das Verhalten bzw. die Verhaltensänderung dar.

Als Implikationen für die Praxis ergeben sich konkrete Hinweise für die Krankenhäuser und Ärzte, die Wichtigkeit sporttherapeutischer Maßnahmen noch stärker als bisher zu vermitteln. Auf der anderen Seite sind Vereine angehalten, ihr Angebot verstärkt öffentlich zu machen und den Mitgliedern aktiv bei der Bewältigung von antizipierten und tatsächlichen Problemen und Barrieren zu helfen. Eine genaue Planung von zukünftigem Verhalten unter der Berücksichtigung dieser Barrieren hat sich als hilfreich und relativ leicht durchführbar erwiesen.



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