Doktorarbeit: Flächendenkmale in kommunaler Verantwortung

Flächendenkmale in kommunaler Verantwortung

Schutz und Praxis der Denkmalbereichssatzungen im Land Brandenburg

Studien zur Stadt- und Verkehrsplanung, Band 8

Hamburg 2008, 530 Seiten
ISBN 978-3-8300-3861-0 (Print/eBook)

Brandenburgisches Denkmalschutzgesetz, Denkmalbereich, Denkmalbereichssatzung, Denkmalpflege, Denkmalschutzgebiet, Ensembleschutz, Flächendenkmal, Gesamtanlage, Kommunale Denkmalpflege, Kommunale Satzung, Kommunalplanung, Politikwissenschaft, Stadtplanung, Städtebaulicher Denkmalschutz

Zum Inhalt

Flächendenkmale sind in vielen Städten und Gemeinden der Bundesrepublik zu finden: Historische Altstadt- oder Dorfkerne, Zechensiedlungen oder etwa gründerzeitliche Quartiere können als komplexe Geschichtszeugnisse zum Gegenstand von Denkmalschutz und Denkmalpflege werden. Zugleich bleiben sie Lebensraum ihrer Einwohner und verkörpern Heimat.
Beim Erhalt der Flächendenkmale sind Denkmalpflege und Kommunalplanung gleichermaßen gefordert. In einigen Bundesländern, neben Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen auch im Land Brandenburg, wurde deshalb eine Kooperation von Denkmalbehörden und Kommune zur Voraussetzung der denkmalrechtlichen Unterschutzstellung gemacht: Erst der Beschluss einer kommunalen Satzung für das Schutzgebiet eröffnet den Denkmalbehörden die Möglichkeit zum Eingriff.
Die Praxis zeigt allerdings, dass Gegenstand und Notwendigkeit einer konkreten Unterschutzstellung von den beteiligten Stellen nicht immer in gleicher Weise beurteilt werden. In einer beträchtlichen Anzahl von Fällen sind die kommunalen Satzungsbeschlüsse ausgeblieben, obwohl die Fachbehörde den Denkmalwert belegen konnte.

Mit den Herausforderungen solcher Konstellationen beschäftigt sich der Verfasser: Im Rahmen einer breit angelegten empirischen Untersuchung werden erstmals die Hintergründe und Wirkungen des Zusammenspiels von Denkmalbehörden und Kommunen beim Schutz der Flächendenkmale am Beispiel des Landes Brandenburg beleuchtet. Ein akteursbezogener Fokus zeichnet unterschiedliche Interessenlagen und Sichtweisen auf das Handlungsfeld nach. Im Ergebnis der qualitativen Untersuchung können jene Handlungsbereiche identifiziert werden, die für Erfolg oder Scheitern lokaler Implementierungs- und Praxisverläufe entscheidend sind.

Eine einführende Darstellung der denkmalkundlichen Grundlagen des Flächenschutzes, der denkmalrechtlichen und kommunalrechtlichen Rahmenbedingen sowie eine landes- und kulturgeschichtliche Einordnung der Denkmallandschaften des Landes Brandenburg eröffnen dem Leser einen vielseitigen Einblick in den Themenkomplex des städtebaulichen Denkmalschutzes.

Mit seinem akteursbezogenen Ansatz liefert das Werk einen bislang ausstehenden Beitrag zum Verständnis des komplexen Handlungsfelds. Es bietet sich als Beurteilungsgrundlage an für künftige Strategien der Verfahrensoptimierung beim Zusammenspiel von Denkmalbehörden und Kommunen im Rahmen des Flächendenkmalschutzes.



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