Doktorarbeit: Großmächte auf dem Weg zur neuen Konfrontation?

Großmächte auf dem Weg zur neuen Konfrontation?

Das „Great Game“ am Kaspischen Meer: eine Untersuchung der neuen Konfliktlage am Beispiel Kasachstan

Schriften zur internationalen Politik, Band 24

Hamburg 2008, 366 Seiten
ISBN 978-3-8300-3749-1 (Print/eBook)

Rezension

[...] eruiert Shiryayev die Chancen der Großmächte auf Durchsetzung ihrer Ambitionen. Insgesamt seien die Positionen der Großmächte in Kasachstan so gut ausgebaut, dass kein außenpolitisches Machtvakuum vorhanden sei, weshalb von einem neuen „Great Game“ am Kaspischen Meer aus wissenschaftlicher Sicht nicht gesprochen werden könne. Russlands Stellung sei noch immer die stärkste, sodass die Möglichkeiten der USA und Chinas ein „Großes Spiel“ zu gestalten beschränkt blieben.

Sabine Steppat, in:
Portal für Politikwissenschaft, 13.10.2009

Ernergieversorgung, Geopolitik, Great Game, Großmächte, Kasachstan, Kaspisches Meer, Konfrontation, Politikwissenschaft, Sicherheit, Sicherheitspolitik, Zentralasien

Zum Inhalt

Seit dem Zerfall der UdSSR hat das Gebiet um das Kaspische Meer im postsowjetischen Raum an besonderer geostrategischer Signifikanz gewonnen. Dafür sind in erster Linie der große Rohstoffreichtum an Erdöl und Erdgas wie auch die zentrale geographische Lage an der Schnittstelle zwischen Europa, Asien und dem Mittleren Osten verantwortlich. Diese Faktoren rücken die Kaspische Region ins Blickfeld rivalisierender internationaler staatlichen bzw. nichtstaatlicher Akteure, insbesondere der Großmächte USA, Russland und China. In der internationalen Presse wie in wissenschaftlichen Abhandlungen firmiert dieses Ringen um Macht und Einfluss in der Region in Anlehnung an den Wettstreit zwischen dem russischen Zarenreich und dem British Empire im ausgehenden 19. Jahrhundert unter den einprägsamen Namen: „Great Game“.

Der Verfasser klärt auf Grundlage eines breiten Quellen- und Datenmaterials die Frage nach Voraussetzungen und Wirkungen des neuen „Great Game“ in der Kaspischen Region. Als Fallbeispiel wird der ressourcenreichste und geopolitisch bedeutendste Staat Zentralasiens – Kasachstan – behandelt. Fundiert werden die Ursachen des Mächteantagonismus in der Region, destabilisierende Faktoren, Interessen der involvierten Großmächte und Instrumente zur Durchsetzung der jeweiligen Bestrebungen beleuchtet. Dabei werden vom Autor neben der Rohstoffkomponente politisch-kulturelle, sicherheitspolitische, ethnische und religiöse Dimensionen einbezogen. In einer profunden Analyse werden die Chancen der Großmächte auf Durchsetzung ihrer Ambitionen eruiert. Boris Shiryayev skizziert den wahrscheinlichen Ausgang des internationalen Machtkampfes. Zugleich gibt er Antworten auf die Frage, ob und inwiefern zu Recht von einem neuen „Great Game“ in der Kaspischen Region überhaupt gesprochen werden kann.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben