Dissertation: Grenzüberschreitender Versandhandel mit Humanarzneimitteln

Grenzüberschreitender Versandhandel mit Humanarzneimitteln

Rechtliche Aspekte des Versands aus dem europäischen Ausland an Endverbraucher in Deutschland

Medizinrecht in Forschung und Praxis, Band 14

Hamburg 2008, 274 Seiten
ISBN 978-3-8300-3728-6 (Print/eBook)

Arzneimittelrecht, Arzneimittelsicherheit, Arzneimittelversandhandel, Gesundheitswissenschaft, Grenzüberschreitender Versandhandel, Inverkehrbringen, Kompensationsanspruch, Medizin, Medizinrecht, Pickpoints, Planbarkeit, Rechtswissenschaft, Verbraucherschutz, Vergleichbarer Sicherheitsstandard, Versanderlaubnis

Zum Inhalt

Wenige Jahre nach der Liberalisierung des Versandhandels mit Arzneimitteln in Deutschland durch das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) scheinen die vorangegangenen jahrelang erbittert geführten Auseinandersetzungen um die Zu- oder Unzulässigkeit des Versandhandels mit Arzneimitteln fast schon vergessen. Apotheken aus Deutschland, aus anderen EU-Mitgliedstaaten oder aus dem europäischen Wirtschaftsraum können nunmehr unter bestimmten Voraussetzungen sowohl verschreibungsfreie als auch verschreibungspflichtige Arzneimittel an Endverbraucher in Deutschland versenden, während zuvor ein generelles Versandverbot bestand.

Mit der nationalen und europaweiten Etablierung dieser Vertriebsform sind aber neue Probleme in den Fokus der apothekenrechtlichen Abhandlungen geraten: Im Vordergrund stehen namentlich Fragen um die nachhaltige praktische Verwirklichung der neu entdeckten Freiheit für Apotheken aus dem EU-Ausland. Schwierigkeiten entstehen dort, wo die Wertungen der verschiedenen Rechtskreise einander opponieren: Es gilt einerseits, dem binneneuropäischen Handel den größtmöglichen Freiraum zu sichern und gleichzeitig widerstreitenden Rechtsgütern den ihnen gebührenden Schutz zu gewähren. Es steht außer Frage, dass Arzneimittel als sensible „Waren besonderer Art“ Spezifika aufweisen, die in gewissem Umfang beschränkende Maßnahmen durch überwiegende öffentliche Interessen rechtfertigen können.

Im Spannungsfeld zwischen der Souveränität der nationalen Gesundheitssysteme und der fortschreitenden europäischen Integration klärt die Verfasserin, inwieweit das nationale Recht mit Blick auf den Gesundheits- und Verbraucherschutz in den Versandhandel regulatorisch eingreifen darf, ohne dabei jedoch die grundfreiheitlich geschützte unternehmerische Freiheit grenzüberschreitend agierender Versandapotheken zu verletzen.



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