Doktorarbeit: Auf Vertrauenssuche – Die Deutschlandpolitik der Regierung Brandt/Scheel in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit 1969-1973

Auf Vertrauenssuche –
Die Deutschlandpolitik der Regierung Brandt/Scheel in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit 1969-1973

Studien zur Zeitgeschichte, Band 64

Hamburg 2008, 406 Seiten
ISBN 978-3-8300-3391-2 (Print/eBook)

Bundeskanzler, Bundesrepublik Deutschland, CDU, CSU, DDR, Deutsche Frage, DIE WELT, Entspannungspolitik, FDP, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Geschichtswissenschaft, Kalter Krieg, Konfrontationspolitik, Neue Deutschlandpolitik, Öffentlichkeit, Ost-West-Konflikt, Ostpolitik, Presse, Regierung Brandt/Scheel, SPD, Süddeutsche Zeitung, Walter Scheel, Willy Brandt

Zum Inhalt

Im Spannungsfeld vom „Teufel im Osten“ und „Imperialisten im Westen“ bildeten die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zwischen 1949 und 1989/90 eine große Herausforderung für die deutsche Politik. Die Neue Deutschlandpolitik der Regierung Bandt/Scheel bedeutete ab 1969 einen umfassenden Neuanfang. Beide deutschen Staaten setzten sich zum ersten Mal an den Verhandlungstisch, um eine Grundlage für Beziehungen zu schaffen. Aus der Sicht der Bundesrepublik war eine Annäherung geplant, um den Deutschen die Teilung zu erleichtern. Die DDR erhoffte sich ihre Anerkennung als zweiter deutscher Staat.

Die Schritte der Regierung Brandt/Scheel waren in der Öffentlichkeit der Bundesrepublik höchst umstritten. Schließlich sprach Bundeskanzler Willy Brandt das erste Mal von „zwei Staaten in Deutschland“. Während die linksliberale Öffentlichkeit den Weg überwiegend begrüßte, verhielt sich die konservative Seite ablehnend und misstrauisch. Sollte die DDR damit tatsächlich endgültig anerkannt werden? Welche Folgen hätte die neue Politik für eine gewünschte Wiedervereinigung?

Die Studie gewährt einen tiefen Einblick in die Denkmuster und Wahrnehmungen zur Neuen Deutschlandpolitik in der Öffentlichkeit der Bundesrepublik, deren Erforschung so bis dato offen geblieben ist. Es wird untersucht, ob und inwieweit sich die vom Kalten Krieg geprägten Denkweisen änderten. Warum war ab 1969 ein Wechsel von der Konfrontations- zur Entspannungspolitik möglich? Welche Faktoren begründeten diesen Wechsel? Gibt es Hinweise auf ein neu entstehendes Vertrauen in die Politik?

Die Untersuchung bietet u.a. eine umfangreiche Auswertung der westdeutschen Presse zur Neuen Deutschlandpolitik. Welche Haltungen vertraten die Süddeutsche Zeitung, DIE WELT, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Frankfurter Rundschau? Welche Einstellungen werden aus der Auswertung der Protokolle der internen Parteisitzungen von CDU/CSU, SPD und FDP ersichtlich? Wie argumentierten die Politikwissenschaftler auf dem Weg zur Entspannungspolitik? Wie wurde um Vertrauen in die Politik geworben und wo wurden Ängste weiter geschürt?

Auf der Grundlage von gedruckten wie ungedruckten Quellen aus Politik, Presse und Politikwissenschaft leistet die Studie einen umfangreichen Beitrag zur Bewertung der Entspannungspolitik in der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit und den Denkweisen während des Kalten Krieges, die in diesem Rahmen bislang unerforscht geblieben sind.



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