Dissertation: Orte des Alterns - Weichenstellung der Wohn-Lebens-Situation im höheren Lebensalter

Orte des Alterns - Weichenstellung der Wohn-Lebens-Situation im höheren Lebensalter

Studien zur Gerontologie, Band 12

Hamburg 2007, 300 Seiten
ISBN 978-3-8300-3064-5

Rezension

[...] Die Lektüre dieses Buches ist sowohl solchen Personen zu empfehlen, die sich auf wissenschaftlicher Ebene mit dem Thema "Altern und Wohnen" beschäftigen, als auch den Praktikern in diesem Bereich, wie Mitarbeiterinnen von Wohnberatungsstellen und anderen Berufsgruppen, die alternde Menschen hinsichtlich ihrer Wohnsituation beraten. [...]
Angesichts der Dichte des vermittelten Wissens ist dieses Buch, - unter anderem mit Hilfe der sorgfältig angelegten Gliederung und durch zahlreiche Hervorhebungen im Text, verhältnismäßig anschaulich gehalten. Es enthält im theoretischen Teil umfangreiche empirisch gesicherte Informationen zum Thema "Altern und Wohnen". Die Methode der Grounded Theory, die Zielsetzung und das Vorgehen bei der beschriebenen Untersuchung sind durchgehend nachvollziehbar dargestellt. Viele der gewonnenen Erkenntnisse sind mit Textstellen aus den Interviews belegt, was sicherlich an manchen Stellen auch kritische Fragen zu den jeweiligen Deutungen hervorruft. Das von der Autorin auf der Grundlage ihrer Untersuchung entwickelte Modell der Weichenstellung der Wohn-Lebens-Situation im höheren Lebensalter hat jedoch insgesamt neue Ansätze für die Betrachtung und Erforschung der Zusammenhänge von Wohnen und Altern gebracht und hat das Potenzial, einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung und Systematisierung von Konzeptionen der Wohnberatung für Menschen im höheren Lebensalter zu leisten.

Jens-Martin Roser, in:
socialnet Rezensionen, 27.02.2008

Altern, Entwicklungspsychologie, Familie, Familienpsychologie, Gerontologie, Gerontopsychologie, Gesundheitswissenschaft, Lebenssituation, Psychologie, Qualitative Sozialforschung, Selbstbestimmung, Umzug, Wohnen, Wohnsituation

Zum Inhalt

Die Frage, wie das Leben im Alter würdig und mit größtmöglicher Selbstbestimmung gelebt werden kann, stellt eine zentrale Herausforderung dar. Die Wohnsituationen und damit die Lebenssituationen von Menschen im Alter ist ein Bereich von höchster gesellschaftlicher und individueller Relevanz: Solange wie möglich Zuhause? Oder so früh wie möglich mit einer altengerechten Wohnung vorsorgen? – In dieser Untersuchung werden Wohnentscheidungen als Ausdruck und Bedingung von Lebenslagen und Lebenssituationsentscheidungen identifiziert. Diese sind eingebettet in sozial-familiale Interaktionen und Austauschprozessen einerseits und Identitätsarbeit im höheren Erwachsenenalter andererseits. In einer Detailanalyse, die sich an den Methoden der qualitativen Sozialforschung orientiert, werden die mehr oder weniger bewussten Entscheidungsprozessen der beteiligten älteren Menschen in ihrem soziale Kontext, der Familienangehörigen, nachgezeichnet. Die Autorin führt in diesem Zusammenhang den Begriff der Weichenstellung ein. Wohn- und damit Lebensentscheidungen, so die These, sind Resultat der Ausbalancierung von individuellen, familiären und gesellschaftlichen Faktoren. So kommen ganz unterschiedliche Antworten zustande auf die Frage: Wie will ich leben, wenn ich älter bin?



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