Forschungsarbeit: Kulturelle Kartographien Karl Mays

Kulturelle Kartographien Karl Mays

Literaturwissenschaftliche Überlegungen und literatur- sowie mediendidaktische Unterrichtsvorschläge zu den Ordnungssystemen eines Jugend- und Erfolgsschriftstellers

Didaktik in Forschung und Praxis, Band 46

Hamburg 2009, 248 Seiten
ISBN 978-3-8300-3060-7 (Print/eBook)

Rezension

Zweifellos rücken Details ins Blickfeld, die bisher nicht gesehen wurden [...].
[...] der originelle kartographische Aspekt sorgt zwangsläufig dafür, dass man letztlich eben doch ander(e)s liest als bisher.
Im Übrigen versäumt Jürgens nicht, das, was er früheren Autoren zu verdanken hat, in allergründlichster Form auszuweisen: Das Buch enthält nicht weniger als 1126 Fußnoten [...]. Ganz nebenbei enthält dieser Band also auch so etwas wie einen gigantischen Forschungsbericht.

Helmut Schmiedt, in:
Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft, 2011

Alterität, Didaktik, Indianer, Karl May, Kartographie, Kulturwissenschaft, Literaturdidaktik, Mediendidaktik, Mehrperspektivität, Orient, Pädagogik, Unterricht, Unterrichtsreihe, Westmänner, Wilder Westen

Zum Inhalt

Der sächsische Jugend- und Erfolgschriftsteller Karl May inszenierte sich in seinen berühmten Reise- und Jugenderzählungen als ein begnadeter „Weltläufer“, der seinen Lesern und Leserinnen nicht nur unvergessliche Einblicke in die Zusammenhänge und Besonderheiten der weiten Welt zu geben vermag, sondern ihnen auch ein sachlich fundiertes und durch vielseitige Erfahrung gewonnenes Ordnungssystem vermittelt, das ihnen eine sichere Orientierung auf den verschlungenen Pfaden des Lebens ermöglichen könne. Dabei agierte er – metaphorisch gesprochen – als Kartologe und Kartograph zugleich.

Hans-Joachim Jürgens zeigt in seiner Monographie, dass Karl May in seinen sehnsüchtigen „Kartographien“ der mittleren Schaffensperiode insofern detaillierte Bilder der Welt zeichnet, denen der Anspruch eingeschrieben ist, geordnete Ausrichtungen aufzeigen, verbindliche Grenzen setzten und klare Sichtweisen auf andere Völker und Länder vorgeben zu können.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der gegenwärtigen Veränderungen im Zuge der Globalisierung stellt Hans-Joachim Jürgens auf der Grundlage ebenso würdigender wie kritischer literaturwissenschaftlicher Ausführungen zu den kulturellen Kartographien Karl Mays eine literatur- und mediendidaktisch orientierte Unterrichtsreihe zur Auseinandersetzung mit dem Thema „Multiperspektivität“ im Literaturunterricht der gymnasialen Oberstufe vor, die nicht nur in inhaltlicher sondern auch in didaktisch-methodischer Hinsicht zahlreiche ausgeklügelte Zugänge zum Erwerb und zur Förderung der Kompetenz „Selbst- und Fremdverstehen“ bietet.

Zum Autor

Dr. Hans-Joachim Jürgens ist Studienrat im Hochschuldienst am Germanistischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und vertritt derzeit eine Professur für Literaturdidaktik unter Einschluss der Mediendidaktik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.



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