Dissertation: Der Krieg des Sertorius und seine spanischen Wurzeln

Der Krieg des Sertorius und seine spanischen Wurzeln

Untersuchungen zu Krieg und Akkulturation auf der Iberischen Halbinsel im 2. und 1. Jh. v. Chr.

Studien zur Geschichtsforschung des Altertums, Band 16

Hamburg 2007, 532 Seiten
ISBN 978-3-8300-3046-1 (Print/eBook)

Akkulturation, Altertum, Antike Topographie, Bürgerkrieg, Citerior, Epigraphik, Geschichtswissenschaft, Hispania, Iberien, Numantia, Numismatik, Provincia Ulterior, Provinzialisierung, Römische Republik, Romanisierung, Sertorius, Sertoriuskrieg, Siedlungsarchäologie

Zum Inhalt

Der Fall Numantias markiert den Endpunkt der römischen Eroberung der Iberischen Halbinsel! Der Krieg des Sertorius stellt sich als römischer Bürgerkrieg auf spanischem Boden dar! Diese beiden bislang verbreiteten Thesen stehen im Widerspruch zu zahlreichen Quellen, die von einem Unwesen räuberischer Banden und zahlreichen römischen Triumphen in Spanien lange nach 133 v. Chr. berichten.

Florian Meister hat es sich zum Ziel gesetzt, den Widerspruch aufzulösen und die Faktoren zu benennen, die dafür verantwortlich waren, dass der Sertoriuskrieg (80-72 v. Chr.) die Voraussetzung für eine Akkulturation weiter Teile der Bevölkerung der Halbinsel schuf.

Den zeitlichen Schwerpunkt der Studie bildet der Zeitraum von etwa 133 bis 60 v. Chr., also etwa die Zeit vom Falle Numantias bis zur Propraetur Caesars in der provincia Ulterior.

Unter Aufarbeitung der jüngsten spanischen Forschungsliteratur werden die erfassbaren Formen der Akkulturation mit Hilfe der Kombination von klassischer Quellenarbeit, Siedlungsarchäologie, Epigraphik und Numismatik beschrieben. Die Unterschiede in der historischen Entwicklung von Ulterior und Citerior werden so hervorgehoben. Einer Einschätzung der spanisch-römischen Auseinandersetzung nach 133 v. Chr. als marginal wird dabei ausdrücklich widersprochen. Die Bedeutung des Falles von Numantia als äußeres Zeichen für die Unterwerfung ganz Iberiens durch Rom wird so in Frage gestellt und eine vergleichsweise schwache Position Roms in Spanien am Vorabend des Sertoriuskrieges konstatiert.

Die Diskussion der römischen Klientelbeziehungen zu gebürtigen Spaniern, die so genannten foreign clientelae in Spanien leitet im zweiten Teil der Studie zum Sertoriuskrieg selbst über.

Sein Verlauf wird dabei nicht primär aus römischer Sicht geschildert, sondern soweit möglich vom Standpunkt der einheimischen Völkerschaften der Halbinsel aus. Seine Folgen für den Akkulturationsprozess der einheimischen Bevölkerung sind ebenfalls zentraler Gegenstand der Untersuchung.

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