Dissertation: „Männer sind alle gleich“ und „Typisch Frau“

„Männer sind alle gleich“ und „Typisch Frau“

Geschlecht im internationalen Vergleich

Schriften zur Sozialisationsforschung, Band 4

Hamburg 2007, 278 Seiten
ISBN 978-3-8300-2952-6 (Print/eBook)

Frau, Geschlecht, Interkultureller Vergleich, Mann, Sozialisation, Soziologie, Vergleichbarkeit, Werte

Zum Inhalt

„Männer sind alle gleich“ und „Typisch Frau“ beschäftigt sich damit, ob die Wertorientierungen von Männern bzw. Frauen bei gleicher Sozialisation im internationalen Vergleich gleich oder ähnlich sind. Ziel der Studie ist die Identifizierung von „typischen“ Männern bzw. „typischen“ Frauen. Werte werden verstanden als im individuellen Überzeugungssystem verankerte Dispositionen hinsichtlich des Wünschenswerten, vermittelt in einem lebenslangen Sozialisationsprozeß. Ausgehend von einem Kulturbegriff, der Kultur als die einer Gruppe gemeinsamen Einstellungen, Überzeugungen und Werte versteht, werden Männer bzw. Frauen als vergleichbar definiert, wenn sie der gleichen Kultur angehören, also wenn sie die gleichen Werte haben. Die gängige Argumentationskette von Kultur, die Werte in einem lebenslangen Sozialisationsprozeß über verschiedene Sozialisationsagenten vermittelt, wird also in der Studie umgedreht und von gleichen Werten auf gleiche Kultur und damit auf Vergleichbarkeit von Männern bzw. Frauen geschlossen. Drei Leithypothesen beschäftigen sich damit, wodurch Werte bestimmt werden können: Die erste stellt einen Zusammenhang her zwischen nationaler Kultur und Werten; die zweite, die Sozialisationshypothese, zwischen sozialisationsrelevanten sozio-demographischen Merkmalen und Werten; die dritte, modifizierte Sozialisationshypothese verbindet individuelle Sozialisationsmerkmale, und sozio-ökonomische Merkmale der untersuchten Nationen und Werte. Diese sozio-ökonomische Unterscheidung entspricht dabei Esping-Andersens wohlfahrtsstaatlichen Regimetypen.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze: Männer bzw. Frauen haben nur unter besonderen Bedingungen ähnliche oder sogar gleiche Werte, sind also nur bedingt kulturell ähnlich und daher international vergleichbar. Weder die Zugehörigkeit zur selben Nation, noch die Zugehörigkeit zum selben wohlfahrtsstaatlichen Regimetyp oder ähnliche Sozialisation führen generell zu gleichen oder ähnlichen Werten. Der international vergleichbare Typ Mann bzw. Frau wird nicht bestimmt über Sozialisationsmerkmale allein, sondern in Abhängigkeit von sozio-ökonomischen Merkmalen. Diese scheinen Kontextbedingungen zu definieren, die die Bedeutung von Sozialisationsmerkmalen variieren.



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