Dissertation: Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom-Screening für Erwachsene

Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom-Screening für Erwachsene

Entwicklung und Validierung des Adult ADS-Screenings (A ADS-S)

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 122

Hamburg 2007, 202 Seiten
ISBN 978-3-8300-2882-6 (Print/eBook)

ADS, Aufmerksamkeitsdefizitstörung, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Diagnostik, Hyperaktivität, Komorbidität, Psychologie, Screening

Zum Inhalt

Das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom – AD(H)S – bleibt
nicht in den Kinderschuhen stecken! Und die Diagnostik des AD(H)S
muss sich dieser Herausforderung stellen! Obwohl spätestens seit
den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts Konsens darüber herrscht,
dass das AD(H)S keine Kinderkrankheit ist, sondern ein Syndrom, das
im Kindesalter beginnt und sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen
kann, gibt es bislang keine geeigneten diagnostischen Verfahren für
den deutschsprachigen Raum, die es ermöglichen, die Verdachtsdia-
gnose auf ein ADS im Erwachsenenalter zu stellen. In diesem Buch
wird die Entwicklung und Validierung eines Screening-Verfahrens do-
kumentiert, welches es ermöglicht, eine begründbare Verdachtsdia-
gnose auf ein ADS im Erwachsenenalter zu stellen.

Der Darstellung der Testkonstruktion wurden umfangreiche, überzeu-
gend geschriebene Kapitel zur Aufmerksamkeit und zum Aufmerksam-
keitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom vorangestellt.

Zur Konstruktion und Validierung des neuen A(DULT) ADS-S(CREENING)
wurden drei Studien durchgeführt, an denen 1523 ProbandenInnen
teilnahmen.

Das A ADS-S enthält drei Skalen mit insgesamt 32 Items für drei se-
parate Phänomenbereiche: Die Hauptskala, A ADS-A, erfasst mit 11
Items aktuelle Symptome des AD(H)S. Die Skala enthält drei Binnen-
faktoren zu den Hauptsymptomen des Syndroms (Aufmerksamkeits-
defizit
und desorganisiertes Verhalten, emotionale Irritierbarkeit und
Impulsivität).

Die retrospektive Skala zur Erfassung eines AD(H)S in der Kindheit
(A ADS-R) umfasst 12 Items. Eine Sammlung aus 9 Items (A ADS-K)
erfragt komorbide Störungen, die häufig im Zusammenhang mit einem
ADS auftreten oder von differentialdiagnostischer Relevanz sind.

Die Skala zur aktuellen Symptomatik ist reliabel, ihre Binnenstruktur
kreuzvalide. Ihre Zusammenhänge mit Verfahren, die beanspruchen,
ähnliches oder gänzlich anderes zu erfassen sind erwartungskonform.
Die aufgrund des neuen Verfahrens gestellten Verdachtsdiagnosen
stimmen in hohem Maße mit den Diagnosen anderer Verfahren aus
dem angloamerikanischen Sprachraum überein. Vorab klinisch dia-
gnostizierte AD(H)S-Betroffene werden durch das neue Verfahren
häufiger „entdeckt“ als durch konkurrierende Skalen.

Die Testkonstruktion ist eingebettet in sorgfältig recherchierte Kapitel
über Theorien der Aufmerksamkeit, Entwicklung der Aufmerksamkeits-
funktionen, Differentialpsychologische Aspekte von Aufmerksamkeit
und Konzentration, Diagnostik der Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeits-
störungen, Modelle des AD(H)S, Epidemiologie, Ätiologie und Patho-
genese des AD(H)S, Symptome im entwicklungspsychopathologischen
Verlauf, Diagnostik des AD(H)S im Kindes-, Jugend- und Erwachsen-
enalter, Intervention und Therapie im Kindes-, Jugend- und Erwach-
senenalter.

Die theoretische Aufarbeitung des ADS im Erwachsenenalter über-
zeugt. Durch die Integration allgemein-, differential-, entwicklungs-
und klinisch-psychologischer Facetten entsteht ein anschauliches Bild
über Ausmaß und Entstehungsweise der Störung. Auch das häufig
nicht beachtete Symptom der Hypoaktivität wird thematisiert und
Geschlechtsunterschiede bezüglich der Ausprägung eines ADS im
Erwachsenenalter werden berücksichtigt. Es wird deutlich, worin die
besondere Schwierigkeit einer Erstdiagnose im Erwachsenenalter
besteht. Gleichzeitig wird die Entwicklung eines diagnostischen Ver-
fahrens beschrieben, das die Probleme bei der Erstdiagnostik deutlich
reduziert.



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