Dissertation: Erbschaft- und Schenkungsteuerplanung deutsch-spanischer Erbfälle

Erbschaft- und Schenkungsteuerplanung deutsch-spanischer Erbfälle

Steuerrecht in Forschung und Praxis, Band 31

Hamburg 2007, 342 Seiten
ISBN 978-3-8300-2848-2 (Print/eBook)

Bewertungsgesetz, Erbrecht, Erbschaft, Erbschaftssteuergesetz, Foralrecht, Rechtswissenschaft, Schenkungssteuergesetz

Zum Inhalt

Ein deutsch-spanischer Erbfall ist ein Erbfall, bei dem die beteiligten Personen, also entweder Erbe oder Erblasser oder beide, auf persönlicher und/oder auf Vermögensebene eine Verbindung zum spanischen Staat aufweisen. Im Prozess der Internationalisierung von Menschen und Vermögen treten immer häufiger Erbfälle mit einen Bezug zum spanischen Staat auf.

Eines der Hauptanliegen eines Erblassers im Hinblick auf seine Nachfolge ist die Vermeidung signifikanter Liquiditätsabflüsse durch Erbschaft- und Schenkungsteuerzahlungen, um das Nachlassvermögens im Generationenwechsel zu erhalten. Im Rahmen eines deutsch-spanischen Erbfalls ist jedoch aufgrund der Verbindung der beteiligten Personen zu zwei verschiedenen Hoheitsgebieten von einem mehrfachen steuerlichen Zugriff auszugehen. Nicht nur der deutsche, sondern auch der spanische Fiskus hat Interesse daran, den durch einen deutsch-spanischen Erbfall entstehenden Vermögenszuwachs beim Begünstigten steuerlich zu erfassen. Durch das Fehlen eines bilateralen Staatsvertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Spanien zur Vermeidung der Doppelbesteuerung der Nachlässe und der Erbschaften kann die Gesamtsteuerbelastung im Rahmen der Vermögensübertragung im Einzelfall die Erbmasse nahezu aufzehren.

Eine fundierte Auseinandersetzung mit dem spanischen Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz zeigt jedoch, dass sich gerade im spanischen Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz zahlreiche Ansatzpunkte bieten, die Einflussfaktoren einer Erbschaft- und Schenkungsteuerbelastung für eine signifikante Reduzierung der Gesamtsteuerbelastung zu gestalten. Im Zuge der Dezentralisierung der Fiskalkompetenzen in Spanien hat sich das spanische Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz zu einem facettenreichen Steuergesetz entwickelt, das eine Fülle an Instrumenten zur Steuerplanung beinhaltet. Die Steuerplanung dient dazu auf Basis dieser Einflussfaktoren, die zu diesem Zweck identifiziert werden, zielentsprechende Gestaltungsalternativen für einen deutsch-spanischen Erbfall zu entwickeln und umzusetzen. Eine frühzeitige Erbschaft- und Schenkungsteuerplanung zur Minimierung der Steuerbelastung im Generationenwechsel ist demzufolge bei deutsch-spanischen Erbfällen unerlässlich.

Gegenstand dieses Buches ist die steuerplanerische Analyse von vier Fallkonstellationen deutsch-spanischer Erbfälle mit dem Ziel für jede Fallkonstellation eine jeweils optimale Gestaltungsalternative zu entwickeln, die im Ergebnis die Gesamtsteuerbelastung der jeweiligen Fallkonstellation minimiert. Die Bestimmung der jeweils optimalen Gestaltungsalternative erfolgt unter Ausschöpfung der Besonderheiten des spanischen Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes durch die Identifizierung und zielgerichtete Beeinflussung von signifikanten Einflussfaktoren, die unter Berücksichtigung ihrer individuellen Relevanz für die jeweilige Gestaltungsalternative die Höhe der Gesamtsteuerbelastung determinieren. Aus der Gegenüberstellung der Ergebnisse der vier Fallkonstellationen können im Ergebnis die allgemein gültigen Einflussparameter der Erbschaft- und Schenkungsteuerbelastung deutsch-spanischer Erbfälle abgeleitet und ihre Bedeutung für die Erbschaft- und Schenkungsteuerplanung beurteilt werden.



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