Doktorarbeit: Ehrenamtliche Führungskräfte im organisierten Sport

Ehrenamtliche Führungskräfte im organisierten Sport

Biographische Zusammenhänge und Motivationen

Schriften zur Sportwissenschaft, Band 69

Hamburg 2007, 272 Seiten
ISBN 978-3-8300-2833-8 (Print/eBook)

Ehrenamt, Führung, Motivationsforschung, Organisierter Sport, Pädagogik, Sportsoziologie, Sportverbände, Sportwissenschaft, Wertewandelforschung

Zum Inhalt

Das Buch leistet einen wesentlichen Beitrag zur Motivationsforschung im Ehrenamtsbereich Sport. Der Fokus der empirischen Analyse liegt auf der Untersuchung der Motivationsstruktur von Menschen, die auf ehrenamtlicher Basis Führungspositionen im deutschen Sportsystem besetzen.

Sportvereine und Sportverbände sind derjenige Non-Profit-Bereich in Deutschland, der mit rund 6,6 Millionen Menschen den höchsten Anteil an ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unter den Freiwilligenorganisationen aufweist. Das Sportsystem stellt ein interessantes Untersuchungsfeld dar, da Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass Sportorganisationen im Kreis der verschiedenen Typen von Non-Profit-Organisationen eine exponierte Stellung einnehmen. Besonders interessant ist hierbei, dass auf der Führungsebene des Sports Aspekte wie Macht, Status, Prestige und Ehre im besonderen Maße eine Rolle zu spielen scheinen.

Für Freiwilligenorganisationen ist es außerordentlich relevant, zu wissen, wie potenzielle ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu rekrutieren sind, das heißt, wie sie angesprochen werden müssen, so dass in ihren Augen ein Ehrenamt attraktiv und für sie gewinnbringend erscheint. Um derartige Strategien der Rekrutierung seitens der Organisation nachhaltig entwickeln zu können, sind Erkenntnisse über die Beweggründe der Menschen, die sich engagieren, von besonderer Bedeutung.

Als Datengrundlage der Analyse dient eine in 2002 durchgeführte quantitative Befragung der 697 Präsidiumsmitglieder der Sportverbände, Landessportbünde, des Deutschen Sportbundes und des Nationalen Olympischen Komitees. Die Messung der theoretisch fundiert hergeleiteten Motivationsdimensionen, basierend auf der funktionalen Einstellungstheorie aus dem Bereich der Sozialpsychologie, orientiert sich an vorliegenden Konzepten der Einstellungsmessung im Ehrenamt, wobei bei der Generierung der verschiedenen Dimensionen der spezifische Kontext des Sportsystems berücksichtigt wird.

Der Studie liegen u. a. folgende Leitfragen zugrunde: Wer sind die Menschen, die sich bereit erklären, Führungstätigkeiten in Sportverbänden zu übernehmen? Worin besteht für sie die Attraktivität der Schlüsselpositionen im Sportsystem? Warum investieren sie Zeit, Können, Energie und Geduld? Handelt es sich um Menschen, die im besonderen Maße aufopferungsvoll und selbstlos sind? Oder verbinden sie einen spezifischen persönlichen und/oder sozialen Nutzen mit ihrem Ehrenamt? Gibt es möglicherweise Zusammenhänge zwischen soziodemographischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Bildung und Beruf sowie persönlicher Motivation?

Mit der quantitativen Studie wird insofern wissenschaftliches Neuland betreten, als bisher weder Führungskräfte in Sportverbänden noch Führungskräfte in einem anderen Ehrenamtsbereich der bundesdeutschen Gesellschaft in Hinblick auf ihre Motivation zum Ehrenamt untersucht worden sind. Das Werk mündet in Aussagen für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung ehrenamtlichen Engagements in Führungspositionen des organisierten Sports in Deutschland. Mit diesem Buch wird ein wichtiger Beitrag im Rahmen sportwissenschaftlicher Forschung mit hoher Praxisrelevanz geleistet.

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