Doktorarbeit: Kreditrationierung von KMU?

Kreditrationierung von KMU?

Eine theoretische und empirische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung von Freiberuflern

Schriftenreihe volkswirtschaftliche Forschungsergebnisse, Band 116

Hamburg 2007, 256 Seiten
ISBN 978-3-8300-2693-8

Basel II, Freiberufler, Kreditrationierung, Kreditvergabe, Multiple Banking, Relationship Lending, Volkswirtschaftslehre

Zum Inhalt

In den vergangenen Jahren ist eine restriktive Kreditvergabepolitik auf
dem deutschen Bankenmarkt zu beobachten. Die Verknappung des Ka-
pitals kann einerseits auf das sich verschlechternde konjunkturelle Um-
feld zurückgeführt werden. Andererseits unterliegt der Bankensektor ei-
ner Reihe von Veränderungen der Rahmenbedingungen. Neben neuen
Dienstleistungen, bedingt durch den informationstechnologischen Fort-
schritt, zählen dazu in erster Linie die Neuregelungen zur Bestimmung
des als Risikoabsicherung zu hinterlegenden Eigenkapitals (kurz: Basel
II). Die hierbei geforderte risikogerechte Bepreisung aller Kredite im
Portfolio einer Bank hat Auswirkungen auf die Beziehung zwischen einer
Bank und ihren Kunden. Das Zusammentreffen dieser exogenen Ände-
rungen könnte zu einer Verschärfung des Phänomens der Kreditrationie-
rung führen.

Besonders davon betroffen wären im deutschen bankbasierten Finanz-
system kleine und mittlere Unternehmen (kurz: KMU). Aufgrund ihrer gro-
ßen volkswirtschaftlichen Bedeutung ist es wichtig, für dieses Rationie-
rungsproblem Lösungsmöglichkeiten zu finden. Bislang war eine langfris-
tige exklusive Hausbankbeziehung die beste Voraussetzung, um Kredit-
rationierung zu vermeiden. Durch den technologischen Wandel kommt es
jedoch zu einer abnehmenden Loyalität der Bankkunden und damit zu
einer Aufweichung der Exklusivität der Hausbank. Daher müssen neue
Lösungsansätze diskutiert werden. In diesem Zusammenhang stellt eine
Mehrbankbeziehung mit einer Hauptbank eine mögliche Alternative zur
Vermeidung von Kreditrationierung dar. Die Diskussion dieser aktuellen
Fragestellung steht im Mittelpunkt der Studie. Neben einer theoretischen
Analyse des Problems der Kreditrationierung, die verschiedene Lösungs-
ansätze im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit diskutiert, konzentriert sich
der empirische Teil der Studie auf die Untersuchung der Vorteile von
Mehrbankbeziehungen. Gegenstand der empirischen Analyse sind dabei
spezielle, bislang von der empirischen Forschung eher vernachlässigte
Kleinstunternehmen, die Freiberufler. Freiberufler sind stark auf die Fi-
nanzierung durch Banken angewiesen und daher besonders von den
Veränderungen der Rahmenbedingungen betroffen.



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