Dissertation: Die Automobilindustrie in Deutschland

Die Automobilindustrie in Deutschland

Eine Untersuchung auf Basis des Konzepts zur Koordinationsmängeldiagnose

Mit CD-ROM

Wirtschaftspolitik in Forschung und Praxis, Band 23

Hamburg 2006, 690 Seiten
ISBN 978-3-8300-2664-8 (Print/eBook)

Automobilindustrie, Branchenanalyse, Globalisierung, Industrieökonomik, Koordination, Volkswirtschaftslehre, Wettbewerbspolitik, Wettbewerbstheorie, Zulieferindustrie

Zum Inhalt

Das Koordinationsmängel-Diagnosekonzept (KMD-Konzept) ist eine Methode zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit realer Marktprozesse, die bewusst für die empirische Anwendung entwickelt wurde. Die Autorin wendet das KMD-Konzept auf die deutsche Automobilindustrie an.

Die Automobilindustrie in Deutschland stellt wettbewerbspolitisch in zweierlei Hinsicht eine interessante Untersuchungsbranche dar: Erstens ist sie wie in vielen anderen Nationen eine Schlüsselindustrie, die wie kaum eine andere Branche alle wesentlichen Teile einer Volkswirtschaft beeinflusst. Auf Grund ihrer großen Bedeutung für Wachstum, Beschäftigung, technische Entwicklung und damit schließlich den Wohlstand eines Landes wird die Automobilindustrie als ein besonders wichtiger Industriezweig angesehen. Vielen Staaten erscheint es daher nahe liegend, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Automobilindustrie – auch gegenüber dem Ausland – durch eine industriefreundliche Gestaltung der Rahmen- und Standortbedingungen zu fördern. Hierzu gehören nicht selten auch Protektions- und Subventionsmaßnahmen, die dem Grundprinzip eines verzerrungsfreien Wettbewerbs widersprechen. Ob dies auch in Deutschland der Fall ist und ob die deutsche Automobilindustrie wettbewerbsfähiger ist als der Automobilstandort Deutschland, stellt ein wichtiges Untersuchungsziel dieser Studie dar. Zweifelsohne ist dies eine Frage, die im Zuge einer fortschreitenden Globalisierung der Automobilproduktion, die sich aus deutscher Sicht vor allem Richtung Osteuropa bewegt, von zunehmender Brisanz ist.

Zweitens ist die Automobilindustrie in Deutschland wie in allen anderen Nationen eine hoch konzentrierte Branche. Die weltweit verbliebenen Herstellerkonzerne – es sind elf, wovon vier deutschen Ursprungs sind – bilden auf den jeweiligen nationalen Märkten ein Oligopol in beide Richtungen, d.h. ein Angebots- wie auch Nachfrageoligopol. Entsprechend groß ist ihr Machtpotenzial gegenüber der jeweiligen Marktgegenseite, d.h. gegenüber den Händlern und Endkunden wie auch gegenüber den Zulieferern. Ob und inwieweit dieses Machtpotenzial in wettbewerbswidriger Art und Weise – d.h. zum Schaden der anderen Marktteilnehmer und somit letztlich zum Nachteil der Gesamtwirtschaft – ausgenutzt wird, ist ein weiteres Untersuchungsziel dieser Studie. Mit dem KMD-Konzept steht dabei ein Instrumentarium zur Verfügung, das die Messung der Funktionsfähigkeit von Märkten auf der Basis von Zeitreihenanalysen vollzieht. Die durchgeführte Analyse nach dem KMD-Konzept liefert somit wichtige Anhaltspunkte für den wettbewerbspolitischen Umgang mit Oligopolmärkten.



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