Doktorarbeit: Hinterpommern - eine Literaturlandschaft in der deutschen Literatur nach 1945

Hinterpommern - eine Literaturlandschaft in der deutschen Literatur nach 1945

Studien zur Germanistik, Band 21

Hamburg 2006, 310 Seiten
ISBN 978-3-8300-2539-9 (Print/eBook)

Erinnerungsliteratur, Heimatliteratur, Kindheitserinnerungen, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaft, Nachkriegsliteratur, Pommern, Regionalliteratur, Vergangenheitsaufarbeitung

Zum Inhalt

Die literarische Landschaft Hinterpommern weist einen beträchtlichen Mangel an literaturwissenschaftlicher Erforschung der Literatur in ihrer Vielfältigkeit auf, weil sie bisher am Rande der deutschen und polnischen Forschung geblieben ist, die ihren Blick bisher lediglich auf einen geringen Textkorpus fokussierten.

Seit 1945 sind zahlreiche Tagebücher, Erlebnisberichte, Kindheitserinnerungen, Erzählungen und Romane über Hinterpommern erschienen. Die direkte oder indirekte Darstellung der pommerschen Region als Heimat ist zentrales Motiv dieser Literatur, die solche Elemente veranschaulicht, wie Landschaftsbilder, Sitten, tradierte Verhaltensnormen, weltanschauliche Haltungen, Mentalität, sozialgeschichtliche Phänomene. Von der Annahme ausgehend, dass die Werke über eine Literaturlandschaft eine besondere Rhetorik dieser Region vermitteln, wie Weltbild, Metaphorik, Sinnbildlichkeit, führt die Autorin in einzelnen Kapiteln Analysen der Hinterpommern-Prosa durch, indem sie die Herkunft der Autoren in Bezug auf ihre Schreibweise untersucht. Die literaturwissenschaftliche Analyse einzelner literarischer Gattungen zeigt, durch welche erzähltechnischen Strategien die literarische Landschaft Hinterpommern in die deutsche Literatur nach 1945 integriert wird und lässt zugleich eine gemeinsame semantische Grundlage für fiktive und nicht-fiktive Texte aufzeigen: die Gegenüberstellung zwischen Zentrum und Provinz. Den zentralen Teil der Studie bildet die stoff-motivische Analyse der fiktiven Literatur über Pommern, die nicht nur regionalorientierte Themenkomplexe wie das hinterpommersche Minderheitenbild oder das Frauenbild in der hinterpommerschen Gesellschaft, das Bild des hinterpommerschen Junkertums oder Bürgertums berücksichtigt, sondern auch Motive, die zugleich zu den Weltliteraturmotiven gehören, behandelt: Motiv der heilen Welt, Heimkehrermotiv, Stadt-Land-Motiv, Vater-Sohn-Motiv. Einen wichtigen Aspekt für die Erforschung der fiktiven Prosa über Hinterpommern ist das Problem der Geschichtsdarstellung und Vergangenheitsaufarbeitung.

Das Buch ist ein Versuch, ein breites vielschichtiges Pommern-Bild von bisher unbekannten oder von der Literaturwissenschaft wenig berücksichtigten fiktiven und nichtfiktiven Texten zu erarbeiten. Das Ziel der Untersuchung ist die Aufwertung der Pommern-Prosa und die Betrachtung dieser Region als eine literarische Landschaft, die neben Ostpreußen und Schlesien in der deutschen Nachkriegsliteratur eine gleichberechtigte Stellung verdient.



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