Doktorarbeit: Auslegung von Einheitsrecht am Beispiel internationaler Kindesentführungen

Auslegung von Einheitsrecht am Beispiel internationaler Kindesentführungen

Die Rechtspraxis des HKÜ in Deutschland und Australien

Studien zum Internationalen Privat- und Zivilprozessrecht sowie zum UN-Kaufrecht, Band 16

Hamburg 2006, 216 Seiten
ISBN 978-3-8300-2513-9

Auslegung, Einheitsrecht, Familienrecht, Gewöhnlicher Aufenthalt, Haager Übereinkommen, Internationales Privatrecht, Kindesentführung, Kindeswohl, Rechtswissenschaft

Zum Inhalt

In Zeiten der schnell zunehmenden Zahl internationaler Ehen und grenzüberschreitender beruflicher Mobilität sind internationale Kindesentführungen ein aktuelles Thema. Die Haager Konferenz für Internationales Privatrecht hat mit ihrer Konvention über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführungen vom 25.10.1980 (HKÜ) den Versuch unternommen, internationalen Kindesentführungen entgegen zu wirken. Die Praxis der Konvention ist jedoch uneinheitlich. Insbesondere die deutsche Rechtsprechung stand dabei wegen einer übertriebenen Gewichtung des Kindeswohls häufig im Mittelpunkt der Kritik.

Um die Berechtigung der Kritik an der deutschen Judikatur zu überprüfen, hat die Autorin in größerem Umfang unveröffentlichte Entscheidungen deutscher Gerichte zum HKÜ herangezogen. Eine internationale Perspektive ist durch die rechtsvergleichende Untersuchung mit der australischen Rechtsprechung gewährleistet. Die australischen Gerichte sind für eine übereinkommenskonforme Auslegung des HKÜ bekannt. Außerdem läßt sich in Australien das vierthäufigste Aufkommen von HKÜ-Verfahren beobachten. Schließlich bezieht sich der Vergleich auf je einen Staat des kontinentaleuropäischen Rechtskreises und der angloamerikanischen Welt.

Die Untersuchung geht von der Darstellung der Methoden der Anwendung vereinheitlichten Rechts aus und dringt damit zu einem Problem grundsätzlicher Bedeutung vor. Beispielhaft veranschaulicht die Autorin die Methodik bei der Anwendung des HKÜ. Hierbei erfahren insbesondere die Bestimmung des gewöhnlichen Aufenthalts und der schwerwiegenden Gefahr eines körperlichen oder seelischen Schadens oder einer unzumutbaren Lage eine vertiefte Betrachtung.



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