Doktorarbeit: Ambulante neuropsychologische Rehabilitation

Ambulante neuropsychologische Rehabilitation

Ist diese in späteren Phasen nach cerebraler Schädigung überhaupt sinnvoll?

Schriften zur medizinischen Psychologie, Band 17

Hamburg 2006, 400 Seiten
ISBN 978-3-8300-2369-2

Gesundheitswissenschaft, Lebensqualität, Medizin, Neuropsychologie, Neuropsychologische Rehabilitation, Neuropsychologische Störung, Psychologie

Zum Inhalt

Eine cerebrale Schädigung hat oft weitreichende und langfristige Folgen für den betroffenen Patienten und sein psychosoziales Umfeld. Spätestens 2 Jahre nach Eintreten der Schädigung wird für beeinträchtigte kognitive Funktionen ebenso wie für verschiedene Aspekte der gesundheitsbezogenen Lebensqualität kein allzu hohes Rehabilitationspotenzial mehr angenommen. Der Autor betrachtet die Frage nach der Gültigkeit dieser „magischen 2-Jahres-Grenze“ zunächst vom theoretischen Standpunkt aus. Ausgehend von den Inhalten verschiedener theoretischer Ansätze zur Erklärung von Funktionsverbesserungen nach cerebraler Schädigung werden unter Berücksichtigung personen-, läsions- und therapiebezogener Einflussfaktoren integrative Annahmen über relevante Regenerations-, Reorganisations- und psychische Verarbeitungsprozesse des Rehabilitationsverlaufes abgeleitet.

In einer eigenen Studie wurde an insgesamt 54 Patienten untersucht, ob sich durch eine neuropsychologische Behandlung in späteren Stadien nach cerebraler Schädigung noch klinisch relevante und zeitstabile Verbesserungen kognitiver Funktionen und verschiedener Aspekte der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Bewältigung alltagsbezogener Aktivitäten, Teilhabe an sozialen Lebensbereichen) erzielen lassen. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Klärung der Frage angestrebt, ob sich Patienten mit einer Erkrankungsdauer von mehr als 2 Jahren hinsichtlich des Behandlungsergebnisses von Patienten unterscheiden, die eine kürzere Erkrankungsdauer aufweisen.

Die Ergebnisse sprechen zusammenfassend dagegen, dass das Rehabilitationspotenzial bei Patienten in späteren Krankheitsstadien primär durch die Erkrankungsdauer determiniert wird.



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